Wulf ruft die „Ehrenamtler“ auf

Wettbewerb „Unbezahlbar und freiwillig“ startet

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 09.04.2010
Christian Wulff

41 Prozent aller Niedersachsen sind ehrenamtlich tätig. Sie helfen im Sportverein, engagieren sich sozial oder sind Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Damit liegt Niedersachsen gemeinsam mit Baden-Württemberg auf dem ersten Platz im Bundesländervergleich. Das ergibt sich aus einer Erhebung des Freiwilligensurveys 2009, das vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben wurde. Das Land belohnt ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger mit einigen Vergünstigungen. Zum einen sind sie unfallversichert, zum anderen gibt es die Ehrenamtskarte.

Um die Vielfalt der Möglichkeiten vorzustellen, sich ehrenamtlich zu betätigen, findet seit einigen Jahren der Wettbewerb „Unbezahlbar und freiwillig - Der Niedersachsenpreis für Bürgerengagement" statt. Ministerpräsident Christian Wulff ruft persönlich zur Teilnahme auf. In Hannover sagte er heute: „Mitmachen ist angesagt! Ich lade alle bürgerschaftlich Aktiven dazu ein, sich am Niedersachsenpreis 2010 zu beteiligen." Die Bewerbungsfrist beginnt morgen, am 10. April 2010 und läuft bis zum 1. Juli 2010. Mitmachen können Einzelpersonen, Vereine, Initiativen und Selbsthilfegruppen aus den Bereichen Kultur, Sport, Umwelt, Religiöses sowie Soziales. Der Wettbewerb ist mit 30.000 Euro dotiert. Weitere Informationen bietet die Webseite unbezahlbarundfreiwillig.de.

Mit dem diesjährigen mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis „Integration fördern - Vielfalt anerkennen" soll zusätzlich bürgerschaftliches Engagement von und für Migranten honoriert werden. Hintergrund ist die große Zahl von Zugewanderten, die in Niedersachsen heimisch geworden ist. Auch unter diesen Menschen sind viele ehrenamtlich engagiert. Das Land möchte deshalb den Fokus auf Projekte und Formen der interkulturellen Zusammenarbeit und der Integration richten.

Seit dieser Woche wird auch die aktuelle Ehrenamtskarte ausgegeben. Mit ihr genießen ehrenamtlich engagierte Menschen landesweit Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen und bei zahlreichen anderen Anbietern. Die Einsatzmöglichkeiten der Karte sind vielfältig. Von verbilligten Eintritten bei Museen oder Schwimmbäder bis hin zu kommunalen Kinos oder kostenlosen Kopien lassen sich die Kommunen eine Reihe von Ermäßigungen einfallen, um die Ehrenamtlichen für ihre Arbeit zu honorieren. Die Karte ist drei Jahre gültig und an geringe Voraussetzungen gekoppelt: eine Tätigkeit von im Schnitt fünf Stunden pro Woche sowie Volljährigkeit. Ausgegeben wird die nicht übertragbare Ehrenamtskarte von den Städten und Gemeinden in Niedersachsen.

Die Vereine und Verbände begrüßen die Karte als Mittel der Anerkennung für engagierte Menschen. Speziell die Wohlfahrtsverbände erinnern aber immer wieder daran, dass Anerkennung allein nicht ausreicht, wenn die nötigen Strukturen nicht mehr ausreichend finanziert werden, um ehrenamtliche Arbeit überhaupt möglich zu machen. Sie sind der Auffassung, dass professionelle Rahmenbedingungen wie Räume oder fachliche Unterstützung notwendig sind, damit Menschen ehrenamtliche tätig werden können.

 

Foto: Niedersächsische Staatskanzlei

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