Accum

Dorf in Friesland

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 06.10.2017
Accum in Friesland

Zwischen Jever und Wilhelmshaven liegt das idyllische Dorf Accum, das einen Stadtteil der niedersächsischen Gemeinde Schortens im Landkreis Friesland abbildet. Etwa 1.200 Einwohner zählt der Ort im Herzen von Friesland mit einer wechselvollen und langen Geschichte.

Der Ortsname Accum ist von der ehemaligen Ortsbezeichnung „Ackern“ abgeleitet und wird seit etwa 500 Jahren verwendet. Ursprünglich fand sich in Accum ein schiffbarer Fluss, der mit den Buchstaben AA oder A betitelt wurde, was vermutlich eine Abkürzung von Aqua bedeutete. Annahmen zu Folge stehen Fluß- und Ortsnamen im Zusammenhang, so dass Accum so viel heißt wie „Ort oder Heim am Fluss“.

Geschichtliche Entwicklung von Accum

Die erste Erwähnung des Ortes Accum findet sich um etwa 840 in einer Kirchenchronik. Der Bischof Ansgar von Bremen und Hamburg ließ im einstigen Ackern die ursprüngliche St. Willehad-Kirche erbauen, deren Neuerrichtung aus dem Jahre 1719 heute das Wahrzeichen von Accum abbildet.

Die erste urkundliche Erwähnung Accums wird in das Jahr 1420 datiert. Zu dieser Zeit wurde die Kirche durch den Sendstuhl Jever, der dem Bremer Domdekan unterstellt war, verwaltet. Im 14. und 15. Jahrhundert erfüllte die Kirche vorrangig den Zweck einer Festungskirche für die friesischen Häuptlinge, die auch die Herren von Accum waren. Die St. Willehad-Kirche beherbergt die Grabstätten der Friesen-Häuptlinge Lübbe Onneken sowie Tido von Kniphausen und seiner Gattin. Das ostfriesische Adelsgeschlecht derer von Innhausen und Knyphausen oder auch nur „Kniphausen“ steht für den ostfriesischen Uradel, der auch in der heutigen Zeit noch Nachfahren vorweisen kann. Tido von Kniphausen zeichnete 1526 für die Reformation der Kirchengemeinde Accum verantwortlich. Accum ist die einzige reformierte Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Oldenburger Land.

1854 in Folge des so genannten Bentinckschen Erbfolgestreites wurde Accum dem Großherzogtum Oldenburg übertragen. Die Auflösung der selbstständigen Gemeinde Accum erfolgte im Jahre 1933 durch die Zuordnung zur ehemaligen Großgemeinde Kniphausen im Landkreis Friesland. Im Jahre 1948 kam Accum zur Gemeinde Sillenstede, die sich im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen 1972 mit der Gemeinde Schortens vereinte, die wiederum seit 2005 den Stadtstatus innehat.

Accum heute

Accum ist ein traditionell gewachsener Ort, in dem Gemeinschaft und Vereinsleben einen sehr großen Stellenwert einnehmen. Bürgerverein, Dorfgemeinschaft, Feuerwehr, Jugendfeuerwehr, Schützenverein, Siedlergemeinschaft und SoVD Accum organisieren und beleben das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Accum und halten den Ort auch außerhalb im Gespräch. Verkehrstechnisch bietet die L 814 die zentrale Straßenanbindung nach Schortens und Wilhelmshaven.

Sehenswürdigkeiten in Accum

Die altehrwürdige St. Willehad-Kirche, die im Mittelpunkt der wechselvollen Geschichte und der ehemaligen Friesenhäuptlinge steht, ist das Wahrzeichen von Accum. Die ursprüngliche Holzkirche wurde bereits im 13. Jahrhundert durch eine Steinkirche ersetzt. Zahlreiche Sturmfluten hatten ihre starken Spuren an der alten Kirche hinterlassen, so dass man sich im Jahre 1719 aus Sicherheitsgründen für den Neubau der St. Willehad-Kirche entschied.

In der Accumer Kirche gilt das Tido-Denkmal, unter dem sich die Grabstätte des Tido von Kniphausen und seiner Frau Eva von Renneberg befindet, als besonderes Kunstwerk. Der Reformer und seine Gattin hatten zusammen den Grundstein für den Neubau gelegt. Das Grabmal ist in schwarzem Marmor gehalten und bietet eines der hervorragendsten Beispiele für die flämische Renaissance-Porträtplastik ab. Neben der Kirche weist der zauberhafte Ort auch die im Jahre 1746 erbaute Accumer Windmühle auf, die bis heute in Betrieb ist.

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