Hannoverscher Schweißhund

Der ganz besondere Jagdhund aus Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 03.11.2017

Seinen Namen hat der Hannoversche Schweißhund von der Jagd und seinem Zuchtort Hannover erhalten. In der Jägersprache wird das Wort „schweißen“ mit bluten gleichgesetzt. Der Schweißhund kann mit seiner ausgezeichneten Spürnase verletztes Wild auch über größere Distanzen auffinden. Bis heute ist er als Nachsuche-Hund im Einsatz, wobei die Rasse auch für das Rettungswesen von großer Bedeutung ist.

Hannoverscher Schweißhund: Daten, Erscheinungsbild & charakteristische Merkmale

Beim wohlproportionierten Hannoverschen Schweißhund handelt es sich um eine deutsche anerkannte Rasse (Standardnummer 213), die durch Züchtung aufrechterhalten wird. Rüden erreichen eine Widerristhöhe bis zu 55 cm und können ein Gewicht zwischen 30 und 40 kg auf die Waage bringen. Die Hündin wird bis zu 53 cm groß und wiegt zwischen 25 und 35 kg.

Die vorderen und hinteren langgestreckten Gliedmaßen des Hundes weisen eine ausgeprägte, kräftige Muskulatur auf. Der Brustbereich ist breit und tief, was sich in der Laufarbeit des Tieres positiv auf das Lungenvolumen auswirkt. Klare dunkle Augen liegen unter der etwas faltigen Stirn. Mittellange Schlappohren und die breite hoch angesetzte und leicht gebogene Rute bilden weitere optische Merkmale ab. Das glatte Fell besticht durch Fülle und Dichte, fühlt sich derb bis gröber an. Im Gesamten ist es kurz gehalten, am hinteren Rand der Oberschenkel finden sich auch längere Haare. Farblich überwiegt Rotbraun und Graubraun, aber auch ein ockerfarbenes oder hellrötliches Haarkleid ist nicht ungewöhnlich. Zudem können schwarze Strömungen das Fell durchziehen.

In seinen Eigenschaften wird er als kraftvoll, zäh, leistungsstark, willig, gelehrig sowie ausdauernd bezeichnet, wobei sich der Hannoversche Schweißhund durch ein ruhiges, besonnenes und konzentriertes Wesen charakterisiert. Er zeigt sich gegenüber Fremden zurückhaltend und wählerisch, gegenüber dem Hundeführer beweist er eine hohe Empfindsamkeit und Empathie. Als Jagdhund braucht er jedoch auch ein gewisses Maß an Aggressivität und Beißwut. Hannoversche Schweißhunde erreichen ein Lebensalter von bis zu zwölf Jahren.

Hannoverscher Schweißhund: Herkunft, Züchtung, Einsatz

Der Hannoversche Schweißhund geht in seinen frühesten Wurzeln auf die Laufhunde der Kelten zurück, die eingesetzt wurden, um die Blutspuren des erlegten Wildes aufzuspüren. Der einstige Segusierhund bildet den ursprünglichen Leithund-Typus ab.

Das Königshaus Hannover richtete im 17. Jahrhundert den Hannoverschen Jägerhof ein, dessen Ziel es war, Jäger, Pferde und Jagdhunde auszubilden, auch die Zucht der Tiere bestimmte die Arbeit. Und so wurde aus den Schweiß- und Laufhunden unter Einbeziehung der Rasse der Heidebracken der Hannoversche Schweißhund gezüchtet, der sich in Statur und Farbe von den bekannten Jagdhunden deutlich abhob. Die Reinzucht erfolgte ab 1894 durch den eigens gegründeten Zuchtverein. Zwei Jahre später wurde die Rasse dann offiziell Hannoverscher Schweißhund benannt. Der weckte schnell das Interesse bei den Jagdverantwortlichen in den deutschen und österreichischen Alpen, doch in der Praxis zeigte sich die große und massige Statur der Tiere als ungeeignet für das Gelände. So entstanden Kreuzungen mit diversen Brackenarten, die zum Bayerischen Gebirgsschweißhund führten.

Bis heute wird der Hannoversche Schweißhund nach vorgegebenen Leistungskriterien von Zuchtvereinen gezüchtet und findet seinen Haupteinsatz als Nachsuchhund für krankgeschossenes oder verletztes Hochwild. Diese Hunde können auch ohne offensichtliche Blutspur den Geruch von verletztem und angeschossenem Wild über weite Entfernungen wahrnehmen und einwandfrei von anderen Gerüchen unterscheiden. Sie verfolgen die Spur beharrlich und konsequent, selbst über weite Wege und viele Tage, sogar bei jedem Wetter.

Bereits ab dem ersten Lebensjahr erfolgt die Einarbeitung des Hundes, die mit einer Ausbildung gleichzusetzen ist und in der Schweißhundeprüfung/Vorprüfung endet. Danach beginnt das erste Nachsuchen, wobei die Anforderungen langsam gesteigert werden. Hunde mit einer langjährigen Nachsuchenerfahrung können sich einer Hauptprüfung unterziehen. Ein exzellent ausgebildeter Schweißhund ist auch immer das Ergebnis eines erfahrenen Führers, der die Erziehung des Hundes konsequent, geduldig und gefühlvoll durchführt.

Ein weiterer geeigneter Einsatzbereich des Hannoverschen Schweißhundes zeigt sich im Rettungswesen. Als Familien- oder Begleithund kommt der Hund nicht in Betracht, da dies weder seinem Wesen noch seinen Anforderungen und Ansprüchen gerecht wird. Auch in Haltung und Pflege gibt es deutliche Unterschiede zum „Haushund“.

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