Leinelamm

Renaissance eines typisch nieders├Ąchsischen Nutztieres

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 31.03.2017
Leinelamm - Nutztier aus Niedersachsen

Das Leinelamm oder Leineschaf ist eine alte Rasse, die im Leinebergland und in der Eichsfelder Region beheimatet ist. Allerdings hat die Zahl der Tiere im Laufe des letzten Jahrhunderts stark abgenommen, so dass die Rasse als gef├Ąhrdet gilt. Der Landschaftspflegeverband Landkreis G├Âttingen e.V. setzt sich engagiert f├╝r die Erhaltung des Leinelamms ein, das vor allen Dingen in der Landschaftspflege von Bedeutung ist.

Wissenswertes ├╝ber das Leinelamm

Das Leinelamm besitzt ein zotteliges und helles Fell, auch Kopf- und Gliedma├čen sind hell gef├Ąrbt. Es gilt als robustes Landschaft, das weite Marschstrecken bew├Ąltigen kann. Die Muttertiere k├Ânnen ein Gewicht bis zu 70 kg hervorbringen, bei den B├Âcken zeigen sich bis zu 115 kg auf der Waage.

Das Leinelamm ist als Koppel- und H├╝teschaf im Einsatz, das Fleisch der Tiere wird in zunehmender Weise vermarktet, auch um den Erhalt der Tiere zu gew├Ąhrleisten. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Schafrasse ist das Leinebergland von G├Âttingen bis Hannover und das Eichsfeld, weshalb diese Schafe Leineschaf oder Leinelamm genannt werden.

Leinelamm: Herkunft und Z├╝chtung

Das Leineschaf stammt von Rheinischen Landschaf und dessen Kreuzungen mit englischen wei├čen Schafrassen ab. Als Weideschaft war es in fr├╝herer Zeit beliebt und in gro├čer Zahl im Leinegebiet vertreten. In den 1940er Jahren z├Ąhle man noch ca. 80.000 Leineschafe im Bundesland Niedersachsen. Ein einheitliches Zuchtziel wurde im Jahre 1906 definiert. Die Grundlage der Z├╝chtung bildeten Elite- und Stammherden. Der wirtschaftliche Wandel nach dem zweiten Weltkrieg f├╝hrte zum Verfall der Wollpreise, Fleisch wurde billig importiert. Die Haltung von Schafen zeigte sich dementsprechend uninteressant, die Zahl der Tiere reduzierte sich drastisch.

Die noch vorhandenen Exemplare wurden in den 1960er-Jahren zur Verbesserung der Fleischleistung mit anderen Fleischschafen gekreuzt, wobei der Name Leineschaf erhalten blieb. Nur sehr wenige reine Leineschafe konnten im Erfurter Zoo Zuflucht finden. Eine urspr├╝ngliche Herde war nach dem Krieg an Polen verkauft worden und konnte in den 1990er Jahren dort wiederentdeckt werden. Mit diesem geringen Grundbestand startete der Landschaftspflegeverband G├Âttingen eine originale Nachzucht, um das vom Aussterben bedrohte Leineschaf zu erhalten. Und dieses Vorhaben, das seit 1998 in die Tat umgesetzt wird, tr├Ągt Fr├╝chte, denn der Zuchtbestand w├Ąchst. In S├╝dniedersachen finden sich an die 15 Z├╝chter, auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt  und Th├╝ringen sind Leineschaf-Zuchtbetriebe angesiedelt. Insgesamt liegt die Bestandszahl in allen genannten Bundesl├Ąndern bei etwa 1.700 Tieren.

Einsatz als Nutzvieh

Heute ist das Leineschaf ein wichtiges Instrument f├╝r die Beweidung von erhaltenswerten Gr├╝nfl├Ąchen in Niedersachsen wie Streuobstwiesen und Magerrasen, auf denen seltene Pflanzen gedeihen. Durch ihren Tritt und den ausgesuchten Verbiss pflegen die Tiere den besonderen Boden, damit die wertvolle Flora gedeihen kann. Auch das Fell der Schafe hat seinen Nutzen, denn in ihm lassen sich Samen und kleinere Tiere nieder, die ebenfalls f├╝r den Erhalt der sch├╝tzenwerten Gr├╝nfl├Ąchen unerl├Ąsslich sind. In diesem Zusammenhang lebt die erwerbsm├Ą├čige H├╝tesch├Ąferei in Niedersachsen wieder auf.

Das Leinelamm f├╝r den kulinarischen Genuss

Der Landschaftspflegeverband hat eine Marketingkampagne mit dem Namen ÔÇ×Leine-lamm schmecktÔÇť ins Leben gerufen. Der Verzehr tr├Ągt, so paradox es im ersten Moment klingen mag, zur Erhaltung der alten Landschafrasse bei. Denn Sch├Ąfer k├Ânnen nur dann von der Schafhaltung leben, wenn sie das Fleisch verkaufen k├Ânnen.

Das Leinelamm zeichnet sich durch eine zarte und fettarme Beschaffenheit aus und verf├╝gt ├╝ber eine Vielzahl von Vitaminen. Das wird auch der gesunden Ern├Ąhrung bestens gerecht. Mit den Leinelammwochen, die im September und Oktober eines jeden Jahres stattfinden, hat sich eine Veranstaltung etabliert, die Besucher wie Einheimische auf den Geschmack bringt. W├Ąhrend dieser Zeit wartet die Gastronomie im Raum G├Âttingen mit Leinelamm-Spezialit├Ąten in allen Variationen auf. Besonders beliebt ist die mit Gem├╝se geschmorte Lammschulter.

Foto: Clipdealer

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