Naturpark Elm-Lappwald

Freizeit und Erholung in Ostfalen

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 16.02.2019

Der Naturpark Elm-Lappwald im Süden von Niedersachsen zählt zu den schönsten Berg-Wald-Landschaften des Bundeslandes mit einem fantastischen Angebot an Wanderwegen, die sich über eine Länge von 500 km erstrecken. Das Gebiet des Naturparks erzählt auch frühzeitliche Geschichte mit eindrucksvollen Funden aus der Altsteinzeit. Die Städte im Einzugsgebiet laden zu weiteren historischen Entdeckungen ein wie z. B. die Stadt Königslutter mit dem weltbekannten Kaiserdom.

Beschreibung, Lage, Größe

Im südöstlichen Niedersachsen erstreckt sich der Naturpark Elm-Lappwald mit einer Fläche von ca. 470 Quadratkilometern über die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel. Braunschweig grenzt den Park im westlichen Gebiet ein, während er im Norden an Wolfsburg stößt. Der einzigartige Naturraum wird durch die waldreichen Gebirgszüge Elm, Lappwald und Dorm bestimmt und schließt weitere abwechslungsreiche Landschaftsbereiche wie die Helmstedter Mulde, das Rieseberger Moor und den Forst Kampstüh ein. Salzwiesen, Heideflächen, verschiedene Seen sowie kleinere Berge verleihen dem Naturpark mit seiner schützenswerten artenreichen Fauna und Flora eine ganz besondere Landschaftsatmosphäre.

Entstehung und Bedeutung

Der Naturpark wurde 1977 gegründet, um die alten und wertvollen Waldbestände der Höhenzüge Elm, Dorm und Lappwald sowie die historischen Löss-Gebiete zu schützen. Auch archäologische Funde, die bedeutende Siedlungsgeschichte eröffnen, wurden im Zuge der Gründung berücksichtigt. Als Initiatoren agierten die Landkreis Helmstedt, Wolfenbüttel und die Stadt Braunschweig gemeinsam.

Der Naturparkt ist heute in mehrfacher Hinsicht ein Lehrraum für die Geschichte Niedersachsens. So gibt er Auskunft über die geologische Entwicklung, die bis auf die letzte Eiszeit zurückgeht. Fruchtbare Lösschichten aus Schwarz- und Braunerde blieben als Ablagerungen nach der Schmelze zurück und formten die besonderen Berglandschaften. Nach der Eiszeit bildeten sich dichte Laubwälder, die je nach Bodenbeschaffenheit einen reichen Bestand an Buchen, Hainbuchen, Eichen, Kiefern und weiteren Laubgehölzen hervorbrachten, die durch den Park geschützt werden, denn sie sind in ihrer Ausprägung einzigartig. In den Moorgebieten herrschen die so genannten Bruchwälder vor.

Natur- und Kulturgeschichte gehen in dieser besonderen Landschaft Hand in Hand. Antike Megalithgräber belegen die Besiedelung durch Menschen im 6. Jahrtausend v. Chr. Der Lössboden bot die beste Grundlage für den Ackerbau in der Steinzeit. Das hatte jedoch Auswirkungen auf den Baumbestand, der sich durch Rodungen zur Landgewinnung deutlich reduzierte. So entstanden nicht nur Ackerflächen sondern ganze Siedlungsdörfer. Die Rodungen hielten in ihrem großen Ausmaß bis weit in das Mittelalter an. Bedeutende Städte, die in dieser Zeit in der Region gegründet wurden, sind Helmstedt, Königslutter am Elm, Schöningen und Schöppenstedt, die auch bei den Besuchern des Naturparks meist auf der Sightseeingliste stehen.

Der Naturpark Elm-Lappwald ist Teil des GeoParks Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen. Wer alles über die geologische und kulturelle Geschichte des Parkgebietes wissen möchte, findet mit dem Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen e.V. und dem GeoPark Infozentrum Königslutter die richtigen und interessanten Anlaufstellen.

Wandern und Radeln im Naturpark

Wanderwege, die sich über eine Länge von 500 km erstrecken, eröffnen die schönsten Perspektiven zu Fuß und auf dem Rad. Viele bekannte Routen können in Angriff genommen werden, die jede für sich gesehen, besondere Themen behandeln, darunter der FEMO Fahrradwanderweg, der durch Kiefernwälder, Moore, Talauen, Erlebnispfade, Findlingsgärten führt, der Eulenspiegel-Wanderweg oder die Natour-Route.

Sehenswürdigkeiten/Ausflugsziele im Naherholungsgebiet Elm-Lappwald

Neben der sagenhaften Landschaft finden sich rund um den Naturpark zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Bauwerke in den Städten und Gemeinden, die bei einem kürzeren oder längeren Aufenthalt oder im Rahmen einer Wandertour zu bestaunen sind. In Braunschweig wandeln die Besucher auf den Spuren von Heinrich dem Löwen und das an vielen Orten wie dem Braunschweiger Dom mit dem Grabmal des mächtigen Welfenherzogs, dem Löwendenkmal, dem Heinrichsbrunnen, dem Braunschweiger Schloss oder Burg Dankwarderode. Die große Welfenvergangenheit in der Region wird auch in Schöningen durch architektonische Zeugnisse wie Schloss Schöningen wieder lebendig. Wer auf den Spuren der Welfen wandern möchte, sollte der Stadt Wolfenbüttel einen Besuch abstatten. Helmstedt erinnert an die jüngere Vergangenheit mit dem Zonengrenzmuseum, der Grenzanlage Hötensleben und der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Die Stadt Königslutter ist für den Kaiserdom bekannt, der als einer der wichtigsten Bauwerke der Romanik in Deutschland gilt. Die Sagenfigur Till Eulenspiegel treibt in Schöppenstedt bis zum heutigen Tag ihren Schabernack, z.B. im großen Till Eulenspiegel-Museum oder beim historischen Rundgang durch die Eulenspiegelstadt.

Tourismusregion: