Oderteich/Odersee

Talsperre im Harz

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 14.02.2020
Oderteich Talsperre

Im Ortsdreieck Braunlage - St. Andreasberg - Altenau, im Nationalpark Harz, verläuft der Oderteich. Die älteste Talsperre Deutschlands ist Teil des Oberharzer Wasserregals, das seit 2010 zusammen mit der Altstadt von Goslar und dem Bergwerk Rammelsberg zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Bis Ende des 19. Jahrhunderts galt der Oderteich im Landkreis Goslar zudem als größte deutsche Talsperre.

Daten und Fakten zum Oderteich

Durch den Oderteich wird das Wasser der Oder aufgestaut. Die Oder mit einer Länge von etwa 56 Kilometer durchfließt die niedersächsischen Landkreise Goslar, Göttingen und Northeim. Der Oderteich nimmt auch Wasser des Oder-Zulaufs Rotenbeek auf.

Die Fl√§che des Oderteichs betr√§gt 30 Hektar. 1,688 Millionen Kubikmeter Wasser k√∂nnen im Stausee gespeichert werden. Der Gesamtstauraum liegt bei 1,83 Millionen Kubikmeter. Das Einzugsgebiet des Oderteichs bel√§uft sich auf 12,2 Kilometer. Der Staudamm, der sich ca. 7 Kilometer nordwestlich von Braunlage befindet, hat eine Kronenl√§nge von 153 Metern, eine Kronenbreite von 16 Metern und ist 17 Meter hoch. Das Wasser aus den Hochmoorgebieten weist ein eher saures Milieu auf, was auch erkl√§rt, warum der Oderteich fischlos ist und eine leicht braune F√§rbung aufweist. √úber den Damm ist die B242 angelegt, die zur parallel verlaufenden B4 f√ľhrt. Betreiber des Oderteichs sind die Harzwasserwerke.

Entstehungsgeschichte und besondere Konstruktion des Oderteichs

Die Errichtung des Oderteichs erfolgte in den Jahren 1715 bis 1722 durch Bergleute aus St. Andreasberg. Durch den Stausee mit Stauwerk konnten √ľber den Rehberger Graben auch in Trockenzeiten die Wasserr√§der der Silbergruben mit Aufschlagwasser versorgt werden. Die Speicherkapazit√§t erlaubte eine durchg√§ngige Wasserversorgung √ľber einen Zeitraum von drei Monaten. Immer noch werden mit dem Wasser des Oderteichs zahlreiche Wasserkraftwerke in St. Andreasberg sowie im Sperrluttertal und der Grube Samson betrieben.

Im Gegensatz zu den anderen Stauwerken des Oberharzer Wasserregals weist der Staudamm des Oderteichs eine abweichende und dauerhaft angelegte Konstruktion auf, die durch ihre massive Bauweise wohl eine Kombination aus Staudamm und Staumauer darstellt. W√§hrend andere Stauwerke einen St√ľtzk√∂rper aus Steinen und Erdreich besitzen, der mit Rasen verdichtet ist, besteht dieser beim Oderteich aus riesigen Granitsteinen und Granitsand. Das m√∂rtellose Zyklopenmauerwerk aus Granitquadern verf√ľgt √ľber eine wasserundurchl√§ssige Kerndichtung aus festgestampftem Granitsand. Auch in der H√∂he und hinsichtlich des Stauvolumens weicht der Oderteich deutlich von den √ľbrigen Stauwerken, die zum Oberharzer Wasserregal geh√∂ren, ab.

Die gro√üe Ausflut der Talsperre am √∂stlichen Dammende ist mit Granitstelen besetzt, die √ľbersch√ľssiges Wasser √ľber 80 Meter in die Tiefe hinab leiten, um ein √úberstr√∂men der Dammkrone zu verhindern. Die sogenannte Schussstrecke ist in den massiven Fels gehauen und bietet bei Hochwasser ein wasserfall√§hnliches Schauspiel.

Heutige Nutzung des Oderteichs

Der Oderteich gilt als bedeutende Sehensw√ľrdigkeit des Oberharzer Wasserregals, auch und gerade deshalb, weil er noch nahezu im Originalzustand erhalten ist. Bis zum Ende des Bergbaus wurde das gespeicherte Wasser zum Betrieb der Wasserr√§der genutzt. Danach stand die Trinkwasserversorgung im Vordergrund.

Der heutige Nutzungszweck besteht in der Gewinnung von Elektroenergie. Das Sperrwerk ist Kulturgut. Der Oderteich hat sich in die umgebende Natur integriert und dient als Naherholungsgebiet f√ľr Wanderer und Spazierg√§nger, die das Kulturgut auf einem vier Kilometer langen Rundweg mit teils hochmoor√§hnlichen Fl√§chen ausgiebig erkunden k√∂nnen.

Weiterhin wurde von den Harzwasserwerken ein ‚ÄěWasserWanderWeg‚Äú angelegt, der alle wichtigen Stationen inklusive Bauwerken des Oderteichs umfasst und mit Infotafeln ausgestattet wurde. Baden ist an den ausgewiesenen Stellen am Ost- und Westufer gestattet. Der n√∂rdliche Teil des Stausees bleibt der Natur vorbehalten.

Forto: Clipdealer

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