Oldenburger Pferd

Sportliche Pferde aus Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 25.09.2016
Oldenburger Pferd

Zu den ber├╝hmten und sportlich weltweit erfolgreichsten deutschen Pferderassen geh├Ârt das Oldenburger Pferd, das nach seinem Hauptzuchtgebiet Oldenburg benannt ist. Zahlreiche gro├če Namen der anmutigen Oldenburger haben sich im internationalen Reitsport ein Denkmal gesetzt, darunter der ber├╝hmte Donnerhall, dessen Statue zu den Wahrzeichen der Stadt Oldenburg geh├Ârt.

Fakten ├╝ber das Oldenburger Pferd

Das ├Ąu├čere Erscheinungsbild des Pferdes aus Niedersachsen wird auch als Exterieur in der Fachsprache bezeichnet. Die wesentlichen Merkmale des Oldenburgers bilden hier einer gro├čer, kr├Ąftiger und gleichm├Ą├čiger Rahmen mit langen, knochigen Beinen. Die Gliedma├čen zeigen sich trocken und kr├Ąftig. Das Oldenburger Pferd der heutigen Zucht verf├╝gt ├╝ber einen breiten muskul├Âsen Rumpf, steile, lange Schultern und einen k├╝rzeren Hals. Das Kopfprofil ist gerade. Die fr├╝her ├╝bliche aufgew├Âlbte Oberlinie des Kopfes, auch als Ramsnase bezeichnet, findet sich in der modernen Z├╝chtung nicht mehr. Als Stockma├č sind Werte zwischen 163 und 175 cm ├╝blich. Das Oldenburger Pferd kann in allen g├Ąngigen Fellfarben (Brauner, Schimmel, Fuchs, Rappe, Falbe) vorkommen, am meisten ist jedoch der Fuchs vertreten. Der etwas dunklere Schweif findet sich hoch angesetzt. Das anmutige Pferd bewegt sich in allen typischen Gangarten dynamisch und bleibt im Takt.

Die charakterlichen Eigenschaften werden unter dem Fachbegriff Interieur zusammengefasst. Das Oldenburger Pferd gilt als ehrlich, freundlich, gutm├╝tig, vern├╝nftig, mutig, nervenstark und auch gelassen. In den Disziplinen Springreiten und Dressur weist der Oldenburger beachtliches K├Ânnen auf, er ist aber auch als Anf├Ąnger-Reitpferd hervorragend geeignet.

Herkunft und Z├╝chtung des Oldenbruger Pferdes

Die Zucht- und Herkunftsgeschichte geht auf das 17. Jahrhundert zur├╝ck, als das Oldenburger Pferd erstmals als starkes Kutschpferd und Zugpferd in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Die Z├╝chtungsgrundlage bildeten Arbeitspferde der Friesen Rasse sowie Reitpferde der franz├Âsischen Rasse Anglo-Normanne, auch Vollbl├╝ter trugen zur besonderen Entwicklung des Oldenburger Pferdes bei. Den Grundstein f├╝r die Z├╝chtung der Oldenburger legte Herzog Anton Gunther von Oldenburg. Seit den 1950er-Jahren liegt der Zuchtfokus besonders auf dem Sportpferd, weshalb auch Hannoveraner und Holsteine die Oldenburger Zucht bereichert haben. Die Zahl der Zuchthengste bel├Ąuft sich aktuell in Deutschland auf  etwas ├╝ber 300 Exemplare, die Zuchtstuten zeigen sich mit mehr als 8.000 Pferden pr├Ąsent.

Der Oldenburger Pferdezuchtverband e. V. mit Sitz in Vechta gilt als gr├Â├čter Zusammenschluss von renommierten Z├╝chtern der Region und ist auch Ansprechpartner f├╝r den Kauf von Oldenburger Pferden. Aus dem Oldenburger Pferdezuchtverband, der bereits 1923 in Leben gerufen wurde, spaltete sich 2001 der Springpferdezuchtverband Oldenburg-International e. V. mit einer eigenen Zuchtrasse, den Internationalen Oldenburger Springpferden, ab. Allerdings sind beide Verb├Ąnde kooperativ verbunden und teilen sich auch eine Internetpr├Ąsenz.

Einsatzbereiche Oldenburger Pferd fr├╝her und heute

Fr├╝her wurde das Oldenburger Pferd vornehmlich als Kutsch- und Zugpferd f├╝r die landwirtschaftliche Arbeit eingesetzt. Aufgrund ihrer besonderen Wesensst├Ąrke und dem kr├Ąftig muskul├Âsen K├Ârperbau wurden Oldenburger als Kavallerie- und Kurierpferde ab dem 19. Jahrhundert verst├Ąrkt eingesetzt. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem Sportpferd, das in verschiedenen Disziplinen erfolgreich ist. Auch als Freizeitpferd f├╝r Erwachsene und Kinder ist das Oldenburger Pferd aufgrund seiner Wesensart und der bekannten Leichtf├╝├čigkeit ein angenehmer zuverl├Ąssiger und starker Partner.

Besonderheiten ÔÇô Ber├╝hmte ÔÇ×OldenburgerÔÇť im Reitsport

Wenn es um Medaillen und Siege im internationalen Reitsport geht, haben die Oldenburger Pferde seit vielen Jahrzehnten das Siegertreppchen erklommen. Neben dem Dressurweltmeister Donnerhall (Karin Rehbein) klingen auch Namen wie Bonfire (Olympiagold 2000, Sydney), Fabiola und Sandro Boy wohltuend erfolgreich in den Ohren der Sportfreunde. Hinzu kommen immer wieder neue Namen aus den Oldenburger Zuchtschmieden, so dass der Oldenburger seinem Ruf weltweit und in allen Disziplinen bestens gerecht wird.

Rubrik Region: 
Landkreise: 
Personen: 
Schlagworte: