Südsee

Naherholung in Braunschweig

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 01.09.2017
Südsee in Braunschweig

Ab in die Südsee oder besser gesagt an den Südsee, der im niedersächsischen Braunschweig zwischen den Stadtteilen Rüningen und Melverode liegt. Der Südsee ist überregional als Wassersport- und Naherholungsgebiet bekannt.

Südsee: Zahlen, Daten, Entstehung

Der Südsee zeigt eine Länge von etwa 1,5 km und ist ca. 200 m breit. Die Wassertiefe bewegt sich zwischen 3,20 und 3,40 m, die Seefläche beträgt um die 228.000 qm. Der künstlich angelegte See verläuft westlich zur Oker. Gespeist wird der See durch das Grundwasser und den Hochwasserfall aus der Oker.

Das Naherholungsgebiet setzt sich aus dem Bürgerpark und dem Kennelgebiet zusammen. Der Südsee bietet einen Sandstrand und einen Segelhafen, allerdings ist das Baden im See nicht möglich. Teile des Südseeufers sind aus Naturschutzgründen gesperrt. Fische, die sich im Südseewasser tummeln, sind vor allem Zander und Wels. Die Wasserqualität liegt mit einer Güte von 2-3 im guten Bereich.

Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg verkaufte das Richmond- und Kennelgebiet im Jahre 1935 an die Stadt Braunschweig. Ende der 1930er Jahre wurden erstmals Pläne für die Anlage eines künstlichen Sees entwickelt, um die regelmäßigen Überschwemmungen durch die Oker zu regulieren, auch ein Erholungsgebiet war angedacht. Der zweite Weltkrieg legte die Pläne auf Eis.

Das große Hochwasser im Jahre 1946 machte den See wieder zum unaufschiebbaren Thema, 1952 wurde die Errichtung eines Stausees verbindlich festgelegt. Differenzen hinsichtlich der expliziten Nutzung zwischen den Verantwortlichen verzögerten die Anlage um weitere Jahre. Erst mit dem Neubau eines Personendurchgangsbahnhofes der Deutschen Bundesbahn, der auch die Errichtung von Dämmen mit Sand und Erde aus dem Kennelgebiet erforderte, konnten die ersten Baggerarbeiten 1958 beginnen. Diese mussten jedoch wieder eingestellt werden, da das vorgesehene Gebiet am Spielmannteich zu sumpfig für die Stützen war. Mit der Ausbaggerung des Südseebeckens entstand ab 1965 dann der heutige Südsee.

Der Wasserstand des Stausees wird im oberen Bereich am Rüninger Wehr und im unteren Bereich in Eisenbüttel reguliert. Die Überlaufschwelle, die den See mit der Oker verbindet, ist an der Ostseite zu finden und wird von einer Fußgängerbrücke überspannt.

Durch die Anlage des Sees hat sich das Mikroklima im Gebiet deutlich positiv verändert. Witterungserscheinungen wie Nebel, Schwüle oder Kaltluft machen den umliegenden Wohngebieten nicht mehr so arg zu schaffen, was einerseits der Lebensqualität und andererseits auch der Anlage von Sportplätzen zu Gute kommt.

Südsee Seennutzung als Naherholungsgebiet und Segelrevier

Die geographischen Uferbereiche teilen sich in verschiedene Nutzungsareale auf. Am Nordufer sind die „Naturfreunde“ mit einem eigenen Campingplatz ansässig. Das Westufer ist dem Segelverein Braunschweig e.V. zugeteilt, der hier ein international bekanntes Wassersportzentrum eingerichtet hat. Der See ist ein gefragtes Segelrevier, auf dem auch Regatten veranstaltet werden. Am Ostufer hat die DLRG eine Wachstation. In den Wintermonaten zieht es die Eisläufer an den See, die DLRG, die auch die Regatten überwacht, ist zur Sicherheit anwesend. Einige Uferbereiche sind von verschiedenen Angelsportvereinen aus Braunschweig gepachtet. Der Südsee bietet zudem ein herrliches Fleckchen für erholsame Spaziergänge oder ausgedehnten Laufsport.

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