Wildeshausen

Infos zur Oldenburger Kreisstadt

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 16.03.2018
Wildeshausen

Im westlichen Niedersachsen erstreckt sich die Stadt Wildeshausen √ľber eine Fl√§che von knapp 89,5 Quadratkilometern und bildet die Kreisstadt des Landkreises Oldenburg ab. Wildeshausen, als Mittelzentrum der Region Oldenburger Land, gliedert sich in den historischen Stadtkern und 18 so genannte Bauernschaften: Aldrup, Aum√ľhle, Bagloy, B√ľhren, Denghausen, D√ľngstrup, Garmhausen, Glane, Hanstedt, Heinefelde, Hesterh√∂ge, Holzhausen, Kleinenkneten, Lohm√ľhle, Luerte, Pestrup, Spasche, Th√∂lstedt. Gro√üe St√§dte im Umkreis von 30 bis 70 Kilometer sind Oldenburg, Bremen und Osnabr√ľck. Im S√ľdwesten findet sich die Grenze zum Landkreis Vechta.

Die Stadt liegt idyllisch eingebettet in den Naturpark Wildeshauser Geest und z√§hlt etwa 19.400 Einwohner. Nahezu die H√§lfte der gesamten Stadtfl√§che (ca. 50 Quadratkilometer) wird landwirtschaftlich genutzt, auch der Waldanteil zeigt sich in Wildeshausen sehr gro√ü. Seit 1977 tr√§gt die Stadt an der Hunte die Bezeichnung staatlich anerkannter Luftkurort. In der Wildeshauser Geest sowie der Stadtregion finden sich beeindruckende H√ľgel- und Megalithgr√§ber, die zur Stra√üe der Megalithkultur geh√∂ren.

Geschichte und Entwicklung von Wildeshausen

Die Gro√üsteingr√§ber aus der Jungsteinzeit (3.400 - 2.800 v. Chr.) in der Umgebung des Stadtgebietes, die als ‚ÄěQuadratmeile der Vorgeschichte‚Äú bezeichnet werden, deuten auf die erste Besiedelung vor etwa 5.000 Jahren in der Region hin. Eine erste urkundliche Erw√§hnung des Ortes Wildeshausen geht auf das Jahr 851 zur√ľck und findet sich in der so genannten Translatio Sancti Alexandri, welche von der ‚Äěwundersamen‚Äú √úberf√ľhrung der Gebeine des M√§rtyrers Alexander von Rom durch den s√§chsische Grafen Waltbert nach ‚ÄěWigaldinghus‚Äú handelt. Als w√ľrdevolle Ruhest√§tte wurde in dieser Zeit das Alexanderstift erbaut, von dem ein Teil in der Alexanderkirche, dem Wahrzeichen der Stadt, erhalten ist.

Die historische Ortsbezeichnung soll sich auf einen Nachkommen des bekannten Sachsenherzogs Widukind mit Namen Wigald beziehen. Wildeshausen erhielt im Jahre 1270 die Stadtrechte und gilt somit als √§lteste Stadt im Oldenburger Land. Bis zum Sp√§tmittelalter geh√∂rte Wildeshausen zu Bremen, kam dann zu M√ľnster und ist seit 1946 dem Land Niedersachsen zugeordnet. Die ehemalige Garnisonsstadt versteht sich heute als Symbiose aus Vergangenheit und Gegenwart und w√§chst stetig weiter. Mit der Sch√ľtzengilde 1403 und dem Arbeits- und Freundeskreis Plattdeutscher Sprache inklusive eigenem Plattdeutschbeauftragten werden zwei bedeutende kulturelle Traditionen innig gepflegt.

Wirtschaft und Verkehr in Wildeshausen

Der gro√üe Anteil an landwirtschaftlich genutzten Fl√§chen bestimmt die Wirtschaft wesentlich als Zulieferer f√ľr die ans√§ssige Nahrungsmittelindustrie mit. Die deutschlandweit renommierte Agrarfrost-Gruppe gilt als gr√∂√üter Arbeitgeber der Stadt. Auch der Getr√§nkehersteller Nordmann ist in Wildeshausen verwurzelt. Einzelhandel und Dienstleistungen, allen voran die √∂ffentliche Verwaltung, bringen nicht nur die Einheimischen, sondern auch Arbeitnehmer aus den angrenzenden Gemeinden und Landkreisen in Lohn und Brot. Daneben spielt der Maschinenbau eine wichtige Rolle. Zunehmend tr√§gt der Tourismus wirtschaftliche Fr√ľchte, der durch den Nationalpark Wildeshauser Geest, die historische Altstadt und das Umland mit den Megalithgr√§bern gepr√§gt wird.

Wildeshausen ist an die A1, die B 213 und die Nordwestbahn angebunden. Der st√§dtische Bahnhof bedient die Strecken Richtung Osnabr√ľck und Bremen. Der √∂ffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen organisiert. In Bremen findet sich der n√§chste gro√üe Flughafen.

Sehensw√ľrdigkeiten & Freizeit in und um Wildeshausen

In und um Wildeshausen gibt es einiges zu entdecken. Wahrzeichen der Stadt und Zeugnisse der Geschichte sind das Alte Rathaus in der Altstadt und die Alexanderkirche. Die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1270 legte den Grundstein f√ľr den Rathausbau, denn das Bauland wurde gleich mitdazugegeben. Der Rathaussaal steht bezeichnend f√ľr die altehrw√ľrdige Sch√ľtzengilde-Tradition, die bis heute mit dem Gildefest aufrechterhalten wird.

Die sp√§tromanische Alexanderkirche, als Stiftskirche im 13. Jahrhundert erbaut, geht auf das einstige Alexanderstift zur√ľck, in dem die Gebeine des Alexander vom Rom ihre Ruhest√§tte fanden. Nach dessen Aufl√∂sung kamen die √úberreste der Arme in die Probsteikirche Vechta. An das alte Stift erinnern heute noch das Kapitelhaus aus dem 10. Jahrhundert sowie einige antike Gegenst√§nde.

Im 13. Jahrhundert gab es in Wildeshausen eine Burg, die zusammen mit dem Stadtwall die Wehranlage abbildete. Davon zeugt der Burgberg, der sich oberhalb des Kurparkes und der Burgwiese befindet. Der Stadtwall hat nichts mehr wehrhaftes, sondern fasst einen alleenartigen Rundweg f√ľr Spazierg√§nger ein. Jede Menge Interessantes aus der Vergangenheit erfahren Besucher im Druckereimuseum und im Dampfkornbranntweinbrennermuseum.

Mit dem Naturpark Wildeshauser Geest er√∂ffnet sich eine faszinierende Landschaft aus Mischw√§ldern, Heideflecken, Flusst√§lern, Wiesen, Mooren und Sandd√ľnen, in der es einzigartige Gro√üsteingr√§ber und H√ľgelgr√§ber zu bestaunen gilt, darunter Bargloyer Steinkiste Glaner Braut, Hohe Steine, Kleinenkneter Steine, Pestruper Gr√§berfeld, Visbeker Braut. Alle diese Grabanlagen geh√∂ren zur 2009 er√∂ffneten Stra√üe der Megalithkultur. Der Naturpark bietet fantastisch ausgebaute und vernetzte Rad- und Wanderwege, auch mit dem Kanu ist die Region zu Wasser erlebbar.

Gleich drei historische Wasserm√ľhlen bereichern das Stadtbild, die im Rahmen einer erholsamen Wander- oder Radtour ins Auge fallen. Da Wildeshausen an der Nieders√§chsischen M√ľhlenstra√üe liegt, kann auch eine gr√∂√üere M√ľhlentour geplant werden.

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