Osnabr├╝ck zeichnet

Ausstellung in der Kunsthalle Dominikanerkirche und der Stadtgalerie er├Âffnet

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 23.01.2011
Osnabr├╝ck zeichnet
23.01.2011 to 01.04.2011

Gestern Abend begann in Osnabrück die Ausstellung „Osnabrück zeichnet – 1900 bis 2010“. Bürgermeistern Karin Jabs-Kiesler eröffnete die bis zum 10. April 2011 dauernde Stildarstellung in der Kunsthalle Dominikanerkirche. In der Ausstellung sind 42 Werke wichtiger Osnabrücker Künstler zu sehen, zu denen unter anderem Gemälde von Felix Nussbaum gehören. Den Schwerpunkt der Positionen bilden Landschaften und Porträts, aber auch Interieurs, Stillleben, Ereignismotive und abstrakte oder informelle Werke werden gezeigt.

Die Bilder zeigen den Einfluss der Kunst anderer Städte auf die Künstler von Osnabrück. In der Großstadt im Südwesten Niedersachsens sind in den letzten 110 Jahren vor allem Bilder entstanden, die einen Anklang an die Berliner Kunstszene zeigen. Mehr noch sind sie aber Zeugnis von kunsthistorischen und aktuellen Kultureinflüssen. Die wechselseitige Beeinflussung von Berlin und Osnabrück ist in vielen Bildern spürbar. Dem werden Werke in der Ausstellung gerecht, die von aus Osnabrück stammenden Künstlern in Berlin oder von Berliner Künstlern in Osnabrück zeigen. Darüber hinaus werden auch Verknüpfungen mit den Künstlern der Kunstkolonie Worpswede sowie zur niederländischen Kunstszene deutlich.

„Osnabrück zeichnet –  1900 bis 2010“ zeigt beeindruckend die verschiedenen Werke aus den letzten Jahrzehnten und dokumentiert letztlich damit auch viele scheinbar vergessene Zeiten. Unter anderem werden durch Trümmerbilder die Zerstörung der Stadt im südwestlichen Niedersachsen deutlich. Aber auch die Politisierung der Kunst zwischen den 1970ern- und 1980ern-Jahren wird deutlich herausgearbeitet. Diese Phase war in Osnabrück mit stärkeren realistischen Tendenzen verbunden und mit einem Zusammenschluss von Künstlern. Vor dem Hintergrund weltweiter ökologischer Krisen gibt es aktuell wieder eine Reihe von Künstlern, die sich mit elementaren Themen wie dem Klimawandel oder der Naturzerstörung oder ganz allgemein politische, wissenschaftliche oder soziale Vorgänge in der Gesellschaft reflektieren. Zu ihnen gehören Martin Lichtenberg, Werner Kavermann und Fritz Neidhardt. Solche aktuellen Werke runden die Ausstellung „Osnabrück zeichnet“ ab.

Zu sehen sind die Werke in der Kunsthalle Dominikanerkirche, Hasemauer 1 täglich von 11 bis 18 Uhr (Samstag und Sonntag 10 – 18 Uhr) sowie in der Stadtgalerie Osnabrück, Große Gildewart 14 von dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.

Bildnachweise: Fritz Neidhard: Ohne Titel (1975) mit freundlicher Genehmigung der Stadt Osnabrück.