Burg Dankwarderode Braunschweig

Ausflug in das Herzog Anton Ulrich Museum

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 28.06.2016
Ausflugsziel: Burg Dankwarderode in Braunschweig

In der Stadtmitte von Braunschweig findet sich eines der wichtigsten Wahrzeichen der L├Âwenstadt: Die Burg Dankwarderode, als mittelalterlicher Herrschaftssitz von Heinrich dem L├Âwen, der als Stadtgr├╝nder und Stadtf├Ârderer gilt, weshalb Braunschweig auch ÔÇ×Die L├ÂwenstadtÔÇť genannt wird. Die Burg ist heute Teil des Herzog Anton Ulrich Museums und wartet mit einer umfangreichen kunsthistorischen Mittelaltersammlung. Sie erm├Âglicht zudem einen Streifzug durch die Zeit des gro├čen Herrschers, die f├╝r die Stadt und im weitesten Sinne auch f├╝r die Weltgeschichte von gro├čer Bedeutung war.

Heinrich der L├Âwe und seine Welfenresidenz

Zu den ber├╝hmtesten Vertretern des Welfen-Geschlechts geh├Ârte Heinrich der L├Âwe, Herzog von Sachsen und Bayern im 12. Jahrhundert. Er hatte sich Braunschweig als repr├Ąsentativen Herrschaftssitz ausgew├Ąhlt und dort die Burg Dankwarderode erbauen lassen. Jeder kennt auch seinen Vetter Friedrich Barbarossa, der als r├Âmischer Kaiser im 12. Jahrhundert regierte.

Heinrich der L├Âwe gilt als Stadtgr├╝nder von Braunschweig, einem lebendigen Gro├čzentrum und mit ├╝ber 250.000 Einwohnern die zweitgr├Â├čte Stadt in Niedersachsen. Der stolze L├Âwe, das Wappentier Heinrichs und der Stadt Braunschweig, begr├╝├čt als Bronzeskulptur, die einst vom Herzog auf dem Burgplatz aufgestellt wurde, die Besucher der Burg Dankwarderode, die aus nah und fern anreisen, um sich dem monumentalen Charme und der Faszination des gro├čen Welfenherrschers zu n├Ąhern.

Geschichtliche Daten der Burg Dankwarderode

Burg Dankwarderode wurde in der Zeit von 1160 bis 1175 als kaiserliche Pfalz f├╝r Heinrich den L├Âwen auf einer ehemaligen brunonischen Befestigungsanlage errichtet. ├ťber die Bezeichnung Dankwarderode finden sich keine n├Ąheren Angaben.

Der Herrschaftspalast orientierte sich architektonisch am Vorbild der Kaiserpfalz Goslar und wurde als Palas (Saalbau) mit Kapelle konstruiert. Direkt an die Burg grenzt der Braunschweiger Dom mit dem Grabmal Heinrich des L├Âwen an, der fr├╝her ├╝ber einen Zugang durch die Burg erreicht werden konnte. Im 13. Jahrhundert richtete ein schwerer Brand in Braunschweig gro├čen Schaden an, von der auch die Burg betroffen war. Daraufhin erfolgten die Abtragung der Burgmauern im 16. Jahrhundert f├╝r den Umbau des Palas im Stil der Renaissance sowie weitere Anbauten und Ver├Ąnderungen im Laufe der Jahrhunderte.

Seit 1878 ist die Burg im Besitz der Stadt Braunschweig, die zu dieser Zeit durch verschiedenste Einfl├╝sse nur noch als Burgruine bezeichnet werden konnte. Einem Abriss stellten sich aber die traditionsbewussten B├╝rger erfolgreich in den Weg. Von 1885 bis 1906 erfolgte die Rekonstruktion der Burg Dankwarderode nach historischen Vorlagen durch den Stadtbaurat Ludwig Winter im Stil der Neoromanik und auf der mittelalterlichen Grundsubstanz. Kernbestandteil der Burg ist der rekonstruierte zweigeschossige Saalbau, der sich in Knappensaal und Rittersaal gliedert.

Ausflugsziel: Burg Dankwarderode als Museumsstandort

Die Burg ist heute einer von zwei Standorten des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig, das zu den ├Ąltesten Kunstmuseen in Europa z├Ąhlt. Es ist benannt nach dem ehemaligen Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-L├╝neburg, der ein begeisterter Kunstsammler war und einen hochkar├Ątigen Bestand an Meisterwerken aufbaute, darunter St├╝cke von Rubens oder Rembrandt. Sowohl diese Sch├Ątze, als auch die gr├Â├čte Sammlung italienischer Majolika-Keramik sowie eine reiche F├╝lle ostasiatischer Kunstwerke sind den Besuchern des Museums zug├Ąnglich. Die Burg Dankwarderode beherbergt im Knappensaal die Kunstwerke der Mittelaltersammlung mit Teilen des Welfenschatzes und dem Kaisermantel von Otto IV. sowie den Original-Bronzel├Âwen, den Heinrich der L├Âwe seinerzeit hat als Wappentier anfertigen lassen. Auf dem Vorplatz der Burg befindet sich eine detailgetreue Kopie der Skulptur. Eindrucksvoll pr├Ąsentiert sich der aufwendig restaurierte Rittersaal mit prachtvollen S├Ąulen, Kronleuchtern und herrlichen Wandmalereien.

Foto: Clipdealer

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