Europäisches Brotmuseum in Ebergötzen

Zwischen Korn, Mehr und Genuss Handwerk erleben

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 16.04.2018
Klassische Brotsorten wie im Brotmuseum in Ebergötzen

Was haben Wilhelm Busch und Brot gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nichts, beim genauen Hinsehen doch viel mehr: Beide sind verbunden durch die Gemeinde Ebergötzen. Die liegt im Süden Niedersachsens, im Landkreis Göttingen. Hier findet sich nicht nur die berühmte Wilhelm-Busch-Mühle, sondern auch das Europäische Brotmuseum, in dem Besucher alles über das wichtigste Nahrungsmittel der Menschheit erfahren. Beide Museen sind darüber hinaus partnerschaftlich miteinander verbunden. Ein Besuch in Ebergötzen lohnt sich also gleich doppelt.

Das Brotmuseum als spannendes Museumsdorf 

Das Europäische Brotmuseum gliedert sich in zwei Hauptbereiche. Zum einen findet sich die Dauerausstellung mit dem Titel: „Vom Korn zum Brot“ – 8.000-jährige Kulturgeschichte des Brotes, Getreideanbau, Müllerei und Bäckerhandwerk im alten Forsthaus Radolfshausen. Die Ausstellung ist in verschiedene Themenbereiche untergliedert, die sich mit Getreideanbau, Getreideverarbeitung, dem Backen und dem Brot selbst in Kultur, Kunst, Brauchtum, Religion, Gesellschaft über einen Zeitraum von mehr als 8.000 Jahren beschäftigen. So erzählen Exponate und Dokumente auf einer Ausstellungsfläche von 800 Quadratmetern eine übergreifende Geschichte, die bei den ersten Bauern beginnt, sich über Bronze- und Eisenzeit sowie Mittelalter bis in die Neuzeit hinein erstreckt.

Praxisnah und praktisch ergänzt wird das Museumsareal durch die zwei Hektar große Außenfläche, die ebenfalls zum Alten Amt Radolfshausen gehörte und auf der bedeutende Großexponate ihren Platz gefunden haben. Weiterhin sind relevante Gärten angelegt, die Besucher entdecken und erkunden können. Mühlen sind in der Historie der Getreideverarbeitung unverzichtbare Elemente. Auf dem Museumsgelände können eine Bockwindmühle sowie eine Wassermühle bestaunt werden.

Originalgetreue Rekonstruktionen antiker Öfen verdeutlichen, wie unsere Vorfahren Brot gebacken haben. Kinder und Erwachsene gleichermaßen erfahren ein völlig neues Broterlebnis, wenn sie bei den Backaktionen am jungsteinzeitlichen Lehmkuppelofen oder dem Römerofen mit von der Partie sind.

Getreidesorten, die man heute kaum noch kennt, darunter beispielsweise Emmer oder Einkorn, sind die Spezialität des eigens angelegten Getreidegartens. Im Apothekergarten, der im Mittelalter weit verbreitet war, gedeihen 76 Arten Heil- und Gewürzpflanzen, die jeweils nach ihrer gesundheitsfördernden Wirkung geordnet sind.

Im Mittelalter stand auf dem historischen Areal eine Wasserburg. Die Geschichte des Alten Amtes Radolfshausen fließt in das Museumskonzept mit ein. Der historische Park lässt die Vergangenheit zur Gegenwart werden, z.B. mit altem Baumbestand, Teichen und Gräben sowie dem noch erhaltenen Wohnturm der ehemaligen Wasserburg.

Aktionen und Angebote im Brotmuseum

Es geht doch nichts über selbstgebackenes Brot. Das weiß jeder, der schon einmal selbst gebacken hat. Im Europäischen Brotmuseum können Erwachsene, Kinder und Jugendliche an den beliebten Backaktionen teilnehmen. Hier wird jeder Schritt von Bäckermeistern erklärt, die Teilnehmer lernen, wie der Teig zubereitet, richtig geknetet und geformt wird. Die Backaktionen finden in der Backstube oder je nach Buchung und Witterung an den antiken Öfen im Freien statt.

Daneben bietet das Museum eine Vielzahl von weiteren Erlebnisaktionen an, die auch zusammen mit den Backaktionen gebucht werden können. Dazu gehören die Forscherrallye und Führungen durch die historischen Mühlen. Sonderausstellungen und Zusatzveranstaltungen ergänzen das umfangreiche Programm im wahrhaft aktiven und barrierefreien Brotmuseum.

Adresse und Öffnungszeiten:
Europäisches Brotmuseum e.V. Ebergötzen
Göttinger Straße 7
37136 Ebergötzen
Dienstag bis Samstag: 9.30 bis 16.30 Uhr
Sonntag & Feiertage: 9.30 bis 17.30 Uhr

Im November ist das Brotmuseum ausschließlich an den Wochenenden geöffnet. Von Dezember bis einschließlich Februar bleibt das Museum geschlossen.

Die Wilhelm-Busch-Mühle als Partner

In Ebergötzen ist auch die Wilhelm-Busch-Mühle anzutreffen, die mit dem Brotmuseum in einer fruchtbaren Partnerschaft verbunden ist. Wer kennt ihn nicht, den Dichter und Zeichner, dessen unvergessene Rabauken Max und Moritz die Welt bis heute mit ihren lustigen Streichen unsicher machen. Wilhelm Busch verbrachte einen Großteil seiner Schulzeit in Ebergötzen. Im zarten Alter von neun Jahren kam er in die Obhut des dortigen Pastors und knüpfte eine innige Freundschaft mit dem Sohn des Müllers Erich Bachmann. Die Mühle hat in Buschs Erinnerungen einen großen Stellenwert, hier wurde der Bund der Freundschaft stetig erneuert. Diese Freundschaft war es auch, welche die besten Vorlagen für die Figuren Max und Moritz lieferte. Einige der großartigen Geschichten spielen sogar im Umfeld der Mühle. Die Wilhelm-Busch-Mühle ist das Gedenkhaus für den großen deutschen Vorreiter des Comics und gleichzeitig auch eine Stätte, die mit dem Brot in Verbindung steht. Bis heute wird hier das Korn geschrotet und zu Mehl gemahlen.

Adresse und Öffnungszeiten:
Wilhelm-Busch-Mühle
Mühlengasse 8
37136 Ebergötzen
Dienstag bis Sonntag: 10.30 bis 13.00 Uhr & 14.00 bis 16.30 Uhr

Über die Wintermonate Dezember bis Februar ist die Wilhelm-Busch-Mühle für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen. Gruppen ab 12 Personen können die Mühle nach telefonischer Voranmeldung auch in der Winterpause besuchen.

Foto: Clipdealer

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