Landesmuseum Hannover

Spannende Reise in die Geschichte des Landes

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 13.11.2018
Landesmuseum Hannover - Fotorechte: Niedersächsisches Landesmuseum

Als größtes staatliches Museum in Niedersachsen präsentiert sich das Landesmuseum Hannover in der Hauptstadt, gelegen beim Maschsee, gegenüber vom Maschpark und damit in unmittelbarer Nähe des Neuen Rathaus. Das Museum wartet mit einem abwechslungsreichen Konzept namens „WeltenMuseum“, das die Landesgeschichte in interessante Themenwelten einbindet, die dem Besucher darüber hinaus wertvolle, neue und spannende Erkenntnisse zum jeweiligen Hauptthema liefern. Daneben werden regelmäßig Sonderausstellungen gezeigt. Zahlreiche Forschungsprojekte ergänzen die Museumsarbeit.

Landesmuseum Hannover: Geschichte des Hauses

Der prachtvolle Museumsbau im Stil der Neorenaissance wurde im Jahre 1902 am Maschsee errichtet. Hervorgegangen ist das Landesmuseum Hannover aus dem 1856 eingeweihten Museum für Kunst und Wissenschaft nahe des Opernhauses, in dessen Gebäude sich heute das Künstlerhaus Hannover befindet.

Den Grundstein für das Museum legten drei Vereine: Die Naturhistorische Gesellschaft Hannover, der Historische Verein für Niedersachsen und der Verein für öffentliche Kunstsammlungen. Ziel war es, die umfangreichen Sammlungen der Vereine einer breiten Öffentlichkeit unter einem Dach zugänglich zu machen. Da die Sammlungen stetig größer wurden und der Platz im alten Gebäude nicht mehr ausreichte, entstand der Neubau, in dem heute eine Fülle an geschichtlichen Schätzen zu bewundern ist. Seit den 1950er Jahren trägt das Museum die Bezeichnung niedersächsisches Landesmuseum, zuvor wechselte die Bezeichnung vom Museum der Provinz Hannover über Provinzialmuseum bis hin zum Landesmuseum.

Fünf Sammlungen, drei Welten im Landesmuseum Hannover

Das Landesmuseum Hannover verfügt über eine naturkundliche, ethnologische und archäologische Sammlung, eine Gemäldesammlung sowie eine Münzsammlung, aus denen relevante Exponate in drei großen Themen-Welten präsentiert werden:

NaturWelten

Die naturkundliche Sammlung stellt aus den Bereichen Geologie und Biowissenschaften wertvolle und beeindruckende Exponate für die NaturWelten bereit. Die Erdgeschichte wird den Besuchern hier in allen Facetten, zu Wasser, an Land und Küste sowie in der Luft und auch interaktiv näher gebracht.

WasserWelten

Wie gestaltet sich das Leben im Wasser? Mehr als 200 verschiedene Wassertierarten aus Nordsee, Mittelmeer, den tropischen Gewässern in Südamerika, der Karibik oder dem Indopazifik können hier bestaunt werden. Die Ausstellung umfasst sowohl lebende Tiere als auch naturkundliche Präparate. Im so genannten Schädelkabinett finden sich Schädelknochen von Nilpferd, Eisbär, Seehund und Robben sowie als ganz besonderes Highlight der Schädel einer Stellerschen Seekuh. Vom Einzeller zum Säugetier - Diese Entwicklung ist an einer interaktiven Station nachvollziehbar.

LandWelten

Dieser Bereich der NaturWelten stellt die Themen „Erdmittelalter in Niedersachen“ und „Entwicklung von Reptilien und Amphibien“ in den Vordergrund. Faszinierende Funde geben einen Einblick in die Welt der Dinosaurier und beweisen deren Existenz vor 140 Millionen Jahren auch in Niedersachsen - Darunter Originalplatten mit Abdrücken von Dinosaurierfährten aus den Oberkirchner Steinbrüchen und Platten aus dem Steinbruch Wesling/Münchehagen. Zwei Großterrarien, in denen ein Skelett des Plateosaurus mit mehreren lebenden Bartagamen und Grüne Leguane, zu sehen sind, Fundstücke von Krokodilen, Schildkröten sowie fossile Pflanzen und Skelette bieten weitere Stationen, die in den Bann ziehen.

Küsten- und LuftWelten

Als dritter Teilbereich präsentieren sich die Küsten und LuftWelten, in denen sich alles um Vögel, Säugetiere und Fossilien dreht. Fast wie im Urlaub fühlen sich die Gäste hier, denn der Themenbereich stellt verschiedene Landschafts- und Lebensräume authentisch in Form einer Rundreise von der Nordsee, über Mittelmeer, Kanaren, Karibik bis nach Südamerika nach. Die in der tropischen Karibik ausgestellten Fossilien von Steinkorallen, Raubschnecken und Seeigeln, die ein stattliches Alter von über 150 Millionen Jahren aufweisen, wurden in den Steinbrüchen des westlichen Hannovers gefunden und belegen, dass die Landeshauptstadt einst auch karibisch war.

Die einzigartige Vogelsammlung des Museums zeigt anhand von 80 Vögeln das ganze Spektrum der Vogelfamilien. Die Lebens- und Sterbensgeschichte der ausgerotteten Vogelarten Riesenalk, Wandertaube und Carolina-Sittich wird ausführlich dargestellt. Große Terrarien beherbergen eine Vielzahl von exotischen Bewohnern, z.B. eine Rote Königsnatter, Peru-Samtschnecken, Kreta-Stachelmäuse und Hundskopfboas.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf Nord- und Ostsee kann an den Medienstationen, die zusammen mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel entwickelt wurden, informativ abgerufen werden.

Tiefsee. Leben im Dunkeln

Seit März 2018 sind die NaturWelten um einen Ausstellungsbereich reicher. Dieser beschäftigt sich mit der geheimnisvollen Tiefsee. So dunkel dieser Ort erscheint, so lebendig ist er auch, wie das interaktive und multimediale Unterwassererlebnis oder die originalen bizarren Tiefseefische eindrucksvoll zeigen. Diese Ausstellung ist in Kooperation mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel konzipiert, das weltweit zu den führenden Instituten für Tiefseeforschung gehört. 

MenschenWelten

In dieser Dauerausstellung erfahren Besucher die Geschichte und Kulturen der Menschheit von den Anfängen bis heute. Dabei werden alle wichtigen Stationen und Zeitepochen anhand von Exponaten und Informationen aufgezeigt: Die Evolution in Afrika, Stein- und Bronzezeit, Römische Kaiserzeit, die Völkerwanderung bis ins das späte Mittelalter durch Niedersachen.

Wie sich der Wandel von der Alten zur Neuen Welt vollzogen hat, erschließt sich durch die Sammlungen Archäologie und Ethnologie, die dazu hochinteressante Exponate beitragen, z.B. die Moormumie „Roter Franz“ und ein javanesisches Gamelan-Musikensemble. Thematisch relevante Ausstellungsstücke aus der naturkundlichen Sammlung und der Gemälde-Sammlung komplettieren die fantastische Reise durch die MenschenWelten. Auch aktuelle Themen wie Migration, Klimawandel oder Globalisierung, die uns in der Zukunft stark beschäftigen, werden in der Dauerausstellung behandelt.

Hands on-Bereiche, Videostationen und interaktive Spiele machen die Geschichte mit allen Sinnen erlebbar. Besucher können leichter nachvollziehen, wie in der Steinzeit ein Haus gebaut wurde oder die Eisenverhüttung in der vorrömischen Steinzeit erfolgte. Ein weiteres Highlight bietet der außergewöhnliche Audioguide mit sechs Hörspielen. Die besonderen Geschichten von Menschen aus aller Welt, die als Migranten nach Deutschland gekommen sind, erzählen von den eigenen Erfahrungen in den Heimatländern bis hin zum jetzigen Leben in Deutschland. Dabei wird gleichzeitig der Bogen zu den verschiedenen Ausstellungsthemen und den Exponaten geschlagen.

KunstWelten

In den KunstWelten sind die Landesgalerie mit Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Neuzeit und das Münzkabinett, das die ehemals welfische Münz- und Medaillensammlung enthält, zu finden. Dieser Welten-Bereich ist derzeit noch in Planung und wird eine eigene Konzeption erfahren.

Die Landesgalerie weist eine der größten Sammlungen des deutschen Impressionismus sowie des frühen Expressionismus auf. Dazu gehören Werkgruppen der renommierten Künstler Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth, Paula Modersohn-Becker. Auch die großen Vertreter des französischen Impressionismus Claude Monet und Alfred Sisley sind mit bedeutenden Werken präsent.

Die Meister des Mittelalters und der Renaissance in Deutschland und Italien kommen mit Exponaten von Sandro Botticelli, Lucas Cranach oder Tilman Riemenschneider zur Geltung. Rembrandt van Rijn und Peter Paul Rubens stehen für den sinnlichen Barock. Die Kunst des 19. Jahrhunderts wird mit Werken von Caspar David Friedrich, Wilhelm Leibl, Hans Thoma, Carl Spitzweg, Adrian Ludwig Richter oder Arnold Böcklin abgebildet.

Das Münzkabinett zeigt Sammlungen aus Niedersachsen, Irland, Großbritannien und den britischen Kolonien und lässt die Besucher einen weitreichenden Blick in die Schatzkammer der Könige von Hannover werfen.

Rund um die Museumswelten

Das museumspädagogische Programm bringt den Besuchern mit einer Reihe von Veranstaltungen wie Workshops, Aktionen, naturkundliche und archäologische Beratungen Ausstellungsstücke gezielt näher, erklärt auf besondere Art Zusammenhänge und macht Geschichte und Kunst leichter verständlich. Auch Exkursionen in ganz Niedersachsen gehören dazu, um Originalschauplätze, Landschafts- und Naturräume kennenzulernen. Angesprochen sind insbesondere Schulklassen, Familien, Reisegruppen, Geburtstagskinder.

Sonderausstellungen, Vorträge und viele weitere kulturelle Veranstaltungen stehen im Laufe des Jahres auf dem Gesamtprogramm. Regelmäßige Führungen durch die Museumswelten und die Sonderausstellungen gehören natürlich auch zum großen Angebot. Zur Stärkung und zum Verweilen lädt das Museumscafé mit Terrasse im Innenhof ein. Der Museumsshop hält begleitende Literatur, Postkarten, Ausstellungsplakate und Souvenirs bereit.

Adresse
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 5
30169 Hannover

Foto: Niedersächsisches Landesmuseum

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