Schloss und Benediktinerabtei Iburg

Sehensw├╝rdigkeiten in Bad Iburg

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 25.09.2016
Ausflug: Entspannen in Bad Iburg

Schloss Iburg mit der einstigen Benediktinerabtei gilt als geschichtstr├Ąchtiges Wahrzeichen der Kurstadt Bad Iburg im Landkreis Osnabr├╝ck am Teutoburger Wald. Die f├╝rstbisch├Âfliche Residenz ist eng mit der Preu├čenk├Ânigin Sophie Charlotte verkn├╝pft und beherbergt mit dem prachtvollen Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert eines der bedeutendsten kunst- und kulturgeschichtlichen Belege f├╝r die perspektivische Malerei der Scheinarchitektur.

Geschichte und Highlights von Schloss Iburg und der Benediktinerabtei

Die Gr├╝ndung der Iburg als f├╝rstbisch├Âfliche Residenz im Bistum Osnabr├╝ck geht auf Bischof Benno I. und seinen Nachfolger Benno II. zur├╝ck. Im Jahre 1070 wurde das heutige Schloss Iburg am Rande des Teutoburger Waldes als Wasserburg erbaut. Zehn Jahre sp├Ąter erfolgte die Gr├╝ndung des Benediktinerklosters St. Clemens, das in die Burganlage durch einen Anbau integriert wurde. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts diente die Iburg mit angeschlossener Abtei als Residenz der Bisch├Âfe von Osnabr├╝ck und war Sitz der Benediktinerm├Ânche. Im Laufe der Jahrhunderte folgten mehrfach Erweiterungen und Umbauten, aus der Burg wurde eine Schlossanlage.

Schloss Iburg ist aber nicht nur wegen seiner bisch├Âflichen Geschichte und der herausragenden Architektur weit ├╝ber die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannt, sondern auch wegen seiner ber├╝hmtesten Bewohnerin: Sophie Charlotte, die erste K├Ânigin in Preu├čen, erblickte auf Schloss Iburg im Jahre 1668 das Licht der Welt Bis zu ihrem f├╝nften Lebensjahr genoss sie mit ihren Eltern Sophie von der Pfalz und F├╝rstbischof Ernst August I. von Braunschweig-L├╝neburg die Idylle auf der Iburg, bevor das Osnabr├╝cker Schloss die neue Residenz der f├╝rstbisch├Âflichen Familie wurde. Ihr Geburts- und Ankleidezimmer kann im Schloss besichtigt werden.

Zu den absoluten Highlights geh├Ârt der Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert, mit einer imposanten Gr├Â├če von 12 x 15 m, der mit seiner grandiosen Deckenmalerei mit Motiven der griechischen G├Âttermythologie ein seltenes und faszinierend erhaltenes Beispiel f├╝r die sogenannte perspektivische Scheinarchitektur n├Ârdlich der Alpen ist. Die W├Ąnde werden von den Portr├Ąts der ehemaligen Bisch├Âfe in der Iburg geziert, auch die barocke Ausstattung und der rekonstruierte Steinfu├čboden unterstreichen den besonderen prunkvollen Charakter des Saales. Der Rittersaal bietet die perfekte Kulisse f├╝r die Schlosskonzerte, die im Laufe des Jahres auf Schloss Iburg stattfinden. Er ist zudem der w├╝rdevolle Ort f├╝r die j├Ąhrliche Verleihung des Courage-Preises, der im Jahre 2009 an Silvia von Schweden ging.

Das Benediktinerkloster wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgegeben, in den noch erhaltenen R├Ąumlichkeiten sind heute Bereiche des Amtsgerichtes Bad Iburgs untergebracht. Vom kirchlich bisch├Âflichen Leben zeugen die beiden Kirchen St. Clemens (namensgebend f├╝r das einstige Kloster) sowie die Evangelisch-Lutherische Schlosskirche. Weitere Sehensw├╝rdigkeiten der Anlage sind der Bennoturm sowie der Knotengarten mit Schlosswiese. Das Schlossmuseum bietet den Besuchern einen ausf├╝hrlichen Einblick in die wechselvolle Geschichte und stellt eine Vielzahl von arch├Ąologischen Funden aus.

Heute geh├Ârt Schloss Iburg dem Land Niedersachsen und wird als Sitz des Amtsgerichtes Bad Iburg genutzt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts waren hier immer wieder Einrichtungen des Landes Niedersachsen sowie des ehemaligen Kreises Bad Iburg und der Stadt untergebracht, darunter die Kreisverwaltung Iburg, die Polizeischule des Landes Niedersachsens und die Nieders├Ąchsische Schulinspektion.

In der ehemaligen Hofapotheke ├╝bt der Landschaftsverband Osnabr├╝cker Land seine vielf├Ąltigen wissenschaftlichen und kulturellen Aufgaben aus. Schloss Iburg bildet weiterhin den Hauptsitz des Staatlichen Baumanagement Osnabr├╝ck-Emsland ab und ist selbstverst├Ąndlich Touristenmagnet.

Schlossmuseum

Die st├Ąndige Ausstellung im Schlossmuseum mit dem Titel: ÔÇ×Befestigung, Bischofsresidenz, Kloster ÔÇô arch├Ąologische Forschungen auf der 1200 Jahre alten IburgÔÇť pr├Ąsentiert einen fundierten ├ťberblick ├╝ber die Geschichte von Burg und Benediktinerabtei sowie die Herrschaft der Osnabr├╝cker Bisch├Âfe, anhand von alten Pl├Ąnen, arch├Ąologischen Funden, alten Bilder und historischen Gegenst├Ąnde aus dem weltlichen und kirchlichen Leben.

Besucherinfos Schloss Iburg

Ganzj├Ąhrig finden samstags und sonntags ├Âffentliche F├╝hrungen durch die Schloss- und Klosteranlage statt (mit oder ohne Besuch des Schlossmuseums), von April bis Oktober steht auch der Freitag f├╝r F├╝hrungen zur Verf├╝gung. Spezielle Kinderf├╝hrungen sind ebenso buchbar wie Sondertermine f├╝r Gruppen. Anfragen und Buchungen erfolgen ├╝ber die Tourist-Info Bad Iburg.

Das Schlossmuseum ist Dienstag bis Samstag von 11.00 bis 17.00 Uhr und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen. ├ľffnungszeiten Rittersaal: Mai bis Oktober, Montag bis Donnerstag, 14.00 - 16.00 Uhr.

Foto: Clipdealer

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