Das gemeinschaftliche (Berliner Testament) Testament

Worauf zu achten ist

ein Niedersachsen-Artikel von Angelika Schmid - 22.07.2010
Es gibt beim Testament einiges zu beachten

In Deutschland wünschen Ehepartner häufig, sich wechselseitig zu Alleinerben einzusetzen. Sollten die Ehepaare Kinder haben steht meist die Schlussbestimmung darin, dass ein gemeinsames Vermögen schlussendlich an die Kinder geht. Hier handelt es sich um ein Berliner Testament, mit Schlusserbeneinsetzung an die Abkömmlinge.

Sehr nachvollziehbar ist hierbei der Wunsch, den überlebenden Ehegatten ausreichend versorgt zu wissen. Viele Erblasser scheuen den Weg zur professionellen Hilfe, weil sie denken die Errichtung eines Testamentes kostet sehr viel Geld. Die Gebühren sind jedoch immer abhängig von den vererbten Vermögenswerten. Je früher also ein Ehepaar sein gemeinschaftliches Testament verfasst, umso günstiger sind die Kosten. Im Internet finden Sie auch zahlreiche Berliner Testament Muster, doch diese behandeln natürlich Musterfälle und können nicht auf Ihren individuellen Erbfall eingehen.

Gibt es Risiken beim gemeinschaftlichen Berliner Testament?

Verschiedene „Denkfehler“ könnten den Eheleuten beim Berliner Testament schon unterlaufen. Diese könnten durch eine schlaue Gestaltung und entsprechende vorherige Überlegungen vermieden werden.

Woran ist beim Verfassen des Berliner Testaments zu denken?

  1. Auch beim ersten Erbfall entsteht ein Pflichtteilsanspruch, der als Barauszahlung zu leisten ist
  2. Auch die Kinder als Miterben haben Anspruch auf Freibeträge, die beim Berliner Testament entfallen
  3. Ein gemeinschaftliches Testament kann nach dem Ableben eines der Verfasser nicht mehr geändert werden, aufgrund der Bindungswirkung
  4. Die Schlusserben erhalten nur etwas, wenn der überlebende Ehegatte das geerbte Vermögen bewahrt
  5. Was geschieht, wenn der Witwer, die Witwe wieder heiratet?
  6. Wird die Schlusserbschaft nicht akzeptiert von den gesetzlich Erbberechtigten, dann kommt es doch zur streitanfälligen Erbengemeinschaft.
  7. Sollte der Schlusserbe vor den Eltern tot sein, wäre die Einsetzung eines Ersatzerben sinnvoll

Wie kann das gemeinschaftliche Testament sicher erstellt werden?

Bei komplizierten Sachverhalten ist das Verfassen des Testamentes mit einer fachkundigen Beratung der beste Weg. In Bezug auf den Pflichtteilsanspruch der Berechtigten gäbe es die Möglichkeit einer Pflichtteilsklausel, die ein Kind das dem Wunsch der Eltern nicht entspricht mit Strafen belegt. Allerdings ist in diesem Fall auch eine offene Aussprache mit den Erben angeraten, da sie die Pflichtteilsstrafklausel auch ignorieren können. In diesem Falle hätten die Eheleute diese Klausel umsonst eingetragen.

Auch gegen die Wiederverheiratung des Partners gibt es eine so genannte Wiederverheiratungsklausel, die sicherstellt, dass die eigenen Kinder in diesem Fall ihren Erbteil erhalten.

Alle Risiken kann man ganz sicher nicht ausschließen, doch viele Möglichkeiten sind trotzdem gegeben das Vererben wunschgemäß zu regeln. Das gründliche Informieren ist auf jeden Fall unbedingt wichtig, damit Sie sicher sein können, dass nach Ihrem Ableben Ihr letzter Wille gilt.

Mit freundlicher Genehmigung von Berliner-Testament.net

Bild: Clipdealer

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