Das ordnungsgemäße Verfassen eines Testaments

Unterschiede zwischen Erben und Vermächtnisnehmern

ein Niedersachsen-Artikel von Angelika Schmid - 22.07.2010
Fehler beim Testament vermeiden

Ordnungsgemäß ist ein Testament schlicht und ergreifend dann, wenn es nach dem Ableben des Erblassers dazu dient, dessen Willen bei der Vermögensnachfolge durchzusetzen. Das eigene Testament verfassen ist mit ein paar Grundkenntnissen auch überhaupt nicht schwierig.

Sie haben hierzu verschiedene Möglichkeiten:

  1. Sie schreiben kein Testament und akzeptieren die gesetzliche Erbfolgeregelung
  2. Sie lassen das Testament durch einen Notar aufsetzen nach Ihren Vorgaben
  3. Sie verfassen selbst Ihren letzten Willen
  4. Sie veranlassen eine Schenkung zu Lebzeiten mit Hilfe eines Schenkungsvertrages

Das eigenständige Schreiben eines Testaments erfordert das Berücksichtigen einiger Regeln

Jeder Mensch kann für sich die Form des privatschriftlichen Testaments auswählen. Bei dieser Form müssen Sie das Testament handschriftlich, das bedeutet Wort für Wort mit der Hand schreiben! Natürlich darf auch die Unterschrift nicht fehlen, wichtig sind auch Ort und Datum. Wenn die Unterschrift fehlt oder mit dem Computer geschriebene Passagen eingefügt wurden, sind diese Testamente ungültig!

Falls Ihnen solch ein Fehler unterläuft, greift die gesetzliche Erbfolge. Dies wäre auch der Fall, wenn mehrere zueinander im Gegensatz stehende Testamenten vorhanden sind. Aufgrund dieser Tatsache gilt keines der Testamente und auch hier gilt dann wieder die Erbfolge des Gesetzgebers.

Deshalb vernichten Sie alte Testamente am Besten gleich und schreiben Sie klar und deutlich auf, wem Sie was hinterlassen wollen.

Unterschiede zwischen Erben und Vermächtnisnehmern

Die meisten Erblasser schreiben ich vermache und meinen, ich vererbe mein Vermögen. Dies wird besonders dann schwierig, wenn mehrere Bedachte im Testament aufgeführt sind. Zudem könnten auch noch Pflichtteilsberechtigte vorhanden sein und deshalb sollte eine letztwillige Verfügung immer sehr sorgfältig verfasst sein. Grundsätzlich ist der Erbe ihr Gesamtrechtsnachfolger mit allen Rechten und Pflichten. Der Vermächtnisnehmer erhält einen ihm zugewiesenen Gegenstand, mit Ausnahme von verschuldeten Immobilien auch meist ohne jegliche Verpflichtung. Auch eine Enterbung sollte deutlich benannt sein. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass einem Pflichtteilsberechtigten auch bei einer gegenteiligen Anordnung ihrerseits ein gewisser Anteil an Ihrem Vermögen gesetzlich zusteht. Der Gesetzgeber sieht nur sehr grob rechtswidrige Verstöße vor, um auch einen Pflichtteil rechtswirksam zu entziehen.

Falls Sie Enterbungen, feste Erbquoten, Vor- und Nacherbenregelungen usw. wünschen, wäre es schon besser, einen Anwalt oder einen Notar aufzusuchen. Er klärt Sie über alle Chancen und Risiken genau auf.

Außer dem ordnungsgemäßen Verfassen des Testaments ist auch eine sorgfältige Aufbewahrung des Testaments wichtig. Sie haben auch die Möglichkeit, ein privatschriftliches Testament in amtliche Verwahrung zu geben gegen eine relativ geringe Verwaltungsgebühr. Das amtlich verwahrte Testament wird auf jeden Fall durch das Nachlassgericht nach dem Ableben des Erblassers eröffnet.

Mit freundlicher Genehmigung Testament-verfassen.de

Bild: Clipdealer

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