Arbeitslosenzahlen sinken weiter

7,4 Prozent Arbeitslose in Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 01.06.2010
Arbeitsagentur

Die Konjunkturerholung und die Frühjahrsbelebung sorgen für einen positiven Trend bei den Arbeitslosenzahlen. Die heute von der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen vorgelegten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit 295.675 Menschen sind 7,4 Prozent der erwerbsfähigen Menschen in Niedersachsen arbeitslos. Das entspricht einem Rückgang um 14.883 oder um 4,8 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen sinken damit stärker als vor der Finanz- und Wirtschaftskrise und unterschreiten das Niveau der Vorjahre. Im Mai 2009 lag die Quote noch bei 7,8 Prozent.

Klaus Stietenroth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, sieht zwei wesentliche Einflüsse für die Entwicklung: „Die zu dieser Jahreszeit übliche Frühjahrsbelebung mit ihren Neueinstellungen in saisonabhängigen Branchen ist sehr ausgeprägt. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen für einen allmählichen Konjunkturaufschwung.“ Dieser Aufschwung macht er unter anderem an der steigenden Nachfrage nach Personal bei vielen Betrieben fest. Besonders stark profitieren Männer von der verbesserten Situation. Sie arbeiten häufiger in witterungsabhängigen Berufen und in Branchen, die von der Krise stärker betroffen waren. Die Jahreszeit und die Erholung wirken hier unterstützend auf die Zahlen.

Erneut kommt die Entwicklung auch den Personen unter 25 Jahren zugute. Die Arbeitslosigkeit ist hier stark gesunken, da junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte am schnellsten neue Beschäftigung finden. Im Mai lag bei dieser Altersgruppe die Arbeitslosenzahl bei 27.832. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen erneuten Rückgang auf jetzt 6,3 Prozent. Im Mai 2009 lag die Quote noch bei 7,1 Prozent.

Niedersachsen profitiert von seiner Infrastruktur. Denn von der Wirtschaftskrise überdurchschnittlich betroffene Branchen sind hier weniger stark vertreten, dagegen sorgen aber boomende Wirtschaftszweige wie das Gesundheitswesen für neue Arbeitsplätze. Hier allein stieg die Zahl der Beschäftigten im Mai um über 12.000 auf fast 335.000 Menschen. Ebenfalls mehr Jobs gab es im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen, in dem ein Anstieg auf fast 278.000 Beschäftigte zu verzeichnen war. Dagegen gab es beim verarbeitenden Gewerbe erneut einen Rückgang auf jetzt knapp 555.000. Insgesamt stieg nach den vorläufigen hochgerechneten Ergebnissen von Ende März 2010 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahresmonat um ein Prozent auf rund 2,43 Millionen. Damit liegt das Bundesland deutlich besser als der Durchschnitt der westlichen Bundesländer. Denn in Westdeutschland stagniert die Beschäftigungszahl.

Die Entwicklung ist zwar insgesamt positiv, die Situation in den verschiedenen niedersächsischen Regionen unterscheidet sich aber zum Teil deutlich. So weisen die Gebiete Wilhelmshaven, Hannover und Goslar eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit auf, während die Regionen Nordhorn, Vechta und Verden eine sehr geringe Quote haben.

 

Foto: Agentur für Arbeit

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