Arbeitslosenzahlen sinken

Landesregierung bejubelt Wirtschaftsaufschwung

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 31.08.2010
Arbeitslosenzahlen sinken

Die Regierung bejubelt die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. Ministerpräsident David McAllister sprach von einem guten Signal für die Menschen in Niedersachsen. Er erklärte: „Niedersachsen ist auf Wachstumskurs: Die Zahl der Arbeitslosen liegt auf dem niedrigsten Auguststand seit 18 Jahren. Die Arbeitslosigkeit hat die Grenze von 300.000 unterschritten. Sie ist damit niedriger als vor Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise.“ Nach Angaben der Agentur für Arbeit Niedersachsen-Bremen ist die Zahl der Arbeitslosen in Niedersachsen im August auf 294.384 gesunken. Das entspricht einer Quote von 7,4 Prozent und einem Rückgang gegenüber Juli um knapp 7.700 und gegenüber August 2009 um fast 12.600.

McAllister sah in seiner Stellungnahme Niedersachsen auf Erfolgsspur: „Entgegen den Befürchtungen verläuft die konjunkturelle Erholung sehr dynamisch. So stark, wie uns die Krise getroffen hat, geht es jetzt wieder bergauf. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt bei uns in Niedersachsen stärker als in allen anderen westdeutschen Bundesländern. Dies alles zeigt, dass Mittelstand, Bauwirtschaft und Handwerk die Krise gut überstanden haben und wieder vermehrt Personal einstellen.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Björn Thümler ergänzte, dass die aktuellen Zahlen ein toller Erfolg seien. Allerdings sagte er auch: „Sie sind aber kein Grund, uns darauf auszuruhen. Stattdessen wird die Landesregierung weiterhin alles tun, um die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in unserem Land zu verbessern und den Arbeitsmarkt zu beleben.“

Als wesentlichen Grund für die sinkenden Arbeitslosenzahlen nannte Klaus Stietenroth, Vorsitzender der Agentur für Arbeit, das Ende der Sommerferien und den Beginn der Ausbildungsgänge. Stietenroth erläuterte: „Viele Jugendliche, die sich nach dem Schulabschluss arbeitslos gemeldet hatten, haben nun ihre Ausbildungen angetreten. Hinzu kommt, dass die Betriebe nach der Urlaubszeit und durch die konjunkturelle Erholung wieder mehr Personal eingestellt haben. Der Aufwärtstrend der Wirtschaft ist am Arbeitsmarkt erfreulich deutlich spürbar, wenngleich Risiken für die künftige Entwicklung weiterhin bestehen bleiben.“

Wirtschaftsminister Jörg Bode sagte zu den Zahlen, dass alle bisherigen Indikatoren dafür sprächen, „dass auch in diesem Jahr der Ausbildungsmarkt ausgeglichen sein wird. Bis Ende Juli haben Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern bereits 34.604 neue Ausbildungsverträge gemeldet. Auch die Relation von Bewerbern und Ausbildungsstellen ist besser als im vergangenen Jahr.“ Eine endgültige Bilanz könne jedoch erst im Oktober gezogen werden. Dem widersprach Ursula Weisser-Roelle, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Die Lage sei weitaus schlimmer als dargestellt. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit kämen auf einen Bewerber nur 0,54 offene Stellen. „Diese Situation hat sich im Vergleich zum Vormonat verschlimmert, im Juli betrug diese Zahl noch 0,58“, sagte Weisser-Roelle.

 

Foto: Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesarbeitsagentur

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