Hannover Rück glänzt

Bohrinselschaden fast keinen Einfluss

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 04.05.2010
Hannover Rück

Trotz Bohrinselunglücks im Golf von Mexiko, das mit rund 40 Millionen Euro zu Buche schlägt, blickt die Hannover Rück optimistisch in die Zukunft. Die heutige Jahreshauptversammlung in Hannover schimmerte noch im Rekordergebnis von 2009, als der große Rückversicherer ein operatives Ergebnis von über einer Milliarde Euro erzielen konnte. Aber auch das erste Quartal 2010 lässt Vorstand und Anteilseigner freuen. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Wallin kommentierte die Zahlen: „Obwohl die Großschadenbelastung im ersten Quartal über unserem Erwartungswert lag, haben wir mit dem erzielten Ergebnis eine gute Grundlage geschaffen, um unser Gewinnziel für 2010 – eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent nach Steuern – zu erreichen."

Die gebuchte Bruttoprämie für die Hannover Rück stieg nach bereits deutlichem Wachstum im Vorjahresquartal im ersten Quartal noch einmal um 7,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich zugleich um 9,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Dadurch erreichte das operative Quartalsergebnis 245 Millionen Euro. Das sind rund 60 Millionen weniger als im Vorjahresquartal, in dem es aber Einmaleffekte gab, sodass die Entwicklung dennoch als positiv zu bezeichnen ist. „Mit unserem Konzernüberschuss von 157,2 Millionen Euro liegen wir voll im Plan für das angepeilte Gesamtergebnis", betonte Wallin. Damit legte der Konzern ein Ergebnis vor, das die Annahmen der Analysten übertrifft. Entsprechend schloss der Aktienkurs an der Börse gegen den DAX-Trend mit einem leichten Plus bei 35,52 Euro.

Die Anleger sind zufrieden, denn der Gewinn je Aktie beträgt aktuell 1,30 Euro. So war auch die heutige Hauptversammlung ein Schaulaufen für die Hannover Rück. Die Anteilseigner stimmten mit großer Mehrheit allen Punkten der Tagesordnung zu, auch dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 259 Millionen Euro. Als Dankeschön erhielten die Aktionäre dabei eine Brutto-Dividende von 2,10 Euro pro Aktie. Die verbleibenden knapp sechs Millionen Euro des Bilanzgewinns werden auf neue Rechnung vorgetragen. Ebenfalls befürworteten die Anteilseigner ein neues Vergütungssystem für den Vorstand, das unter anderem leistungsabhängige Prämien beinhaltet.

Für 2010 erwartet der Versicherungskonzern ein Anknüpfen an die gute Entwicklung in 2009. Wenn der Wert der erwarteten Großschäden nicht zunehme und es auf dem Kapitalmarkt zu keinen negativen Entwicklungen komme, erwartet die Hannover Rück für das Geschäftsjahr 2010 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent. Als Dividende wird wiederum eine Ausschüttungsquote von 35 bis 40 Prozent des Nachsteuerergebnisses angepeilt. Dies sei auch deshalb möglich, weil die meisten Geschäftsbereiche wie die Kapitalanlagen sowie die Personen-Haftpflicht sich positiv entwickeln.

 

Foto: Hannover Rück

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