Landwirte im Geduldsspiel gegen das Wetter

Getreideernte fällt schwächer aus

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 21.08.2011
Landwirtschaft: Getreideernte fällt schwächer aus

Das Sommerwetter schlägt Kapriolen und nicht nur Urlauber und Sonnenanbeter warten auf schönes, trockenes Wetter. Denn die niedersächsischen Landwirte konnten bislang kaum die Ernte einholen. Ein echtes Geduldsspiel, denn auf vielen Feldern steht das Getreide noch. Normalerweise ist um diese Zeit die Getreideernte bereit abgeschlossen, doch dieses Jahr verzögert sich alles. Erst die Hälfte der Ernte konnten die Landwirte einfahren.

Grund für die späte Ernte ist das Wetter. Der ungewöhnlich feuchte Juli und Augustanfang und die nur wenigen trockenen Tage reichten nicht, um das Getreide ausreichend zu trocknen. Erntearbeiten mussten sogar unterbrochen werden. Das trocknen ist wichtig, da die Qualität der Ernte sonst stark sinkt. Pilzkrankheiten und Auswüchse treten verstärkt auf und führen zu geringeren Mengen- und Gelderträgen für die Landwirte in Niedersachsen. Wenn das Korn zu feucht ist, muss es sogar zusätzlich auf den Högen getrocknet werden, was wiederum Geld kostet. Die Landwirte befürchten nicht nur eine schlechte Ernte, sondern auch eine geringe Wirtschaftlichkeit für 2011. Ähnlich sieht es beim Stroh aus. Der häufige Regen verhindert, dass trockenes Stroh eingefahren werden kann. Das Angebot am Markt ist knapp und Zukäufe teuer. Die Preise sind bereits auf das Doppelte des Vorjahresniveaus geklettert.

Da aber die Ernte noch nicht abgeschlossen ist und auch das Stroh noch nicht eingeholt werden konnte, verzögert sich auch die Herbstbestellung der Felder. Üblicherweise ist die zweite Augusthälfte die Zeit, in der beispielsweise Winterraps gesät wird. Denn dann kann die Zeit bis zum Winter noch anwachsen und kommt unbeschadet durch die kalte Jahreszeit. Verschiebt sich die Aussaat weiter, müssen die Landwirte in Niedersachsen auch um eine ertragreiche Frühjahrsernte beim Raps fürchten.

Foto: Clipdealer

Rubrik Nachrichten: 
Schlagworte: