Salzgitter AG erzielt Vorsteuergewinn

Positiver Trend beim Stahlriesen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 12.08.2010
Salzgitter AG

Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern, die Salzgitter AG, hat heute ihre Halbjahresbilanz vorgelegt. Diese belegen, dass sich der im zweiten Quartal eingesetzte positive Trend fortsetzt. Die Salzgitter AG schreibt vor Steuern schwarze Zahlen. Dazu trugen die zufriedenstellende Beschäftigungssituation der meisten Produktbereiche des Unternehmens sowie die deutlich verbesserten Verkaufserlöse im Schwerpunktbereich Stahlhandel bei. Gegenüber dem krisengeschüttelten Vorjahr zeigt sich die Bilanz des Konzerns deutlich gefestigt. Diese Entwicklung der Salzgitter AG lässt den Vorstand des Unternehmens eine positive Prognose für das zweite Halbjahr abgeben. Die Mehrzahl der Indikatoren, so heißt es aus Salzgitter, geben Anlass zu einer zuversichtlicheren Einschätzung.

Der Außenumsatz des Konzerns betrug im ersten Halbjahr rund vier Milliarden Euro und lag damit knapp unter dem Vorjahreshalbjahr. Im zweiten Quartal 2010 konnte die Salzgitter AG aber 18,6 Millionen Euro operativen Vorsteuergewinn einfahren, sodass der operative Gesamtgewinn vor Steuern im ersten Halbjahr 2010 bei 21,2 Millionen Euro lag. Nach Steuern blieb ein Verlust von ca. 3,5 Millionen Euro, was gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 ein deutlicher Aufwärtstrend ist. Letztes Jahr betrug der Halbjahresverlust 165 Millionen Euro.

Es geht insgesamt wieder voran. Die Produktionskapazitäten im Stahlbereich waren in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Ganzen zufriedenstellend ausgelastet, wobei es bei den Produkten deutlich Unterschiede gab. Der Unternehmensbereich Handel konnte vom Lagerabbau in nahezu allen Industriebereichen sowie von deutlich steigenden Stahlpreisen profitieren. Differenziert sieht es beim Unternehmensbereich Röhren aus. Hier musste die Salzgitter AG deutliche Erlösrückgänge verzeichnen, konnte aber dennoch einen operativen Gewinn erwirtschaften, der guten Geschäften bei Großröhren zu verdanken ist. Deutlich verbessert ist auch der Dienstleistungsbereich des Konzerns. Hier konnte der Gewinn um fast 17 Millionen auf 11,4 Millionen Euro gesteigert werden. Trotz weiter schwachen Zahlen bei einzelnen Produkten konnte der Bereich Technologie deutlich zulegen und erreichte ein Plus von über 40 Prozent bei den Auftragseingängen.

Die kurzfristigen und starken Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten machen die verlässliche Planung für den Konzern schwierig. Unter Abwägung aller Risiken und Potenziale erwartet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr aber ein positives Vorsteuerergebnis. Ebenfalls ist der gesamte Stahlmarkt auf einem höheren Niveau noch nicht ganz zur Ruhe gekommen. Neben den Preisen sind auch die Verkaufszahlen sowie die Auftragszahlen in der Branche insgesamt sehr unzuverlässig. Viele Marktteilnehmer agieren nach Auffassung der Salzgitter AG immer noch kurzfristig und vorsichtig. Wesentliche Ursache für dieses Verhalten ist die große Volatilität der Rohstoff- und Materialkosten, die das Geschäftsrisiko für Transaktionen erhöht hat.

Foto: Clipdealer

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