Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen meldete am Donnerstag einen Nettoverlust von 1,07 Milliarden Euro (1,24 Milliarden US-Dollar) für das dritte Quartal.
Dies ist der erste Quartalsverlust seit fünf Jahren.
Die Gewinne von Volkswagen wurden durch mehrere Herausforderungen beeinträchtigt, darunter höhere US-Zölle sowie einen Strategiewechsel bei der Luxusmarke Porsche, die ihre zuvor angekündigten Ziele für die Produktion von Elektrofahrzeugen verwarf.
Was hat VW zum Gewinneinbruch gesagt?
Finanzchef Arno Antlitz sagte, das Ergebnis sei „deutlich schwächer“ als ein Jahr zuvor und machte dafür „höhere Zölle, eine Anpassung der Produktstrategie bei Porsche und Abschreibungen auf den Wert von Porsche“ verantwortlich.
Ohne diese negativen Effekte läge die operative Marge von Volkswagen bei 5,4 %, fügte Antlitz hinzu und sagte, das sei „eigentlich ein respektabler Wert im aktuellen Wirtschaftsumfeld“.
Volkswagen, dessen zehn Marken von Skoda über Seat bis hin zu Audi reichen, sagte, die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump koste das Unternehmen jährlich etwa 5 Milliarden Euro. Im Rahmen des jüngsten Handelsabkommens zwischen der EU und den USA unterliegen Autoexporte aus Europa nun einem Zollsatz von 15 % – weniger als zuvor 27,5 %, aber immer noch weit über dem Vorhandelsniveau von 2,5 %.
Auch Porsche, einst die profitabelste Marke von Volkswagen, ist angesichts der schleppenden Nachfrage nach elektrischen Sportwagen und der wachsenden Konkurrenz in China zu einer Belastungsquelle geworden.
Im September warnte VW vor einem erwarteten Rückgang des Kerngewinns für das Geschäftsjahr 2025 um 5,1 Milliarden Euro, nachdem Porsche seine mittelfristigen Ziele gekürzt hatte. Porsche kündigte außerdem an, die Produktion von Benzinmodellen länger als geplant fortzusetzen.
Der VW-Konzern hat inzwischen Umstrukturierungskosten verkraftet und den Wert seiner Anteile an der Stuttgarter Sportwagenmarke abgeschrieben. Außerdem sind die Kosten für den Import von Teilen von außerhalb Nordamerikas in die Vereinigten Staaten höher, was den finanziellen Druck erhöht.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 schrumpfte der Nettogewinn des VW-Konzerns um mehr als 60 % auf 3,4 Milliarden Euro von 8,8 Milliarden Euro im Vorjahr.
Herausgegeben von: Darko Janjevic
