Dem ehemaligen RAF-Mitglied Klette droht eine neue Anklage

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Gegen die ehemalige RAF-Mitglied Daniela Klette müssen sich neue Anklagen ergeben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr mehrere schwere Straftaten im Zusammenhang mit vergangenen Anschlägen vor.

Die Anklage geht auf eine Reihe von Raubüberfällen zwischen 1999 und 2016 zurück, die angeblich durchgeführt wurden, um jahrzehntelanges Leben im Untergrund zu finanzieren, für die Kette bereits angeklagt wurde.

Was sind die neuesten Vorwürfe?

Die Bundesanwaltschaft teilte mit, sie habe den 67-Jährigen wegen versuchten Mordes, Beteiligung an Sprengstoffanschlägen, Entführung zur Erpressung und schweren Raubes angeklagt. Das Gericht in Frankfurt werde darüber entscheiden, ob und wann ein Verfahren beginnt.

Die Staatsanwälte werfen Klette vor, zur sogenannten dritten Generation der Rote-Armee-Fraktion zu gehören und zwischen 1990 und 1993 an mehreren Anschlägen beteiligt gewesen zu sein.

Dazu gehören ein versuchter Bombenanschlag auf ein Gebäude der Deutschen Bank in Eschborn im Jahr 1990, der nicht explodierte, und ein Schießangriff auf die US-Botschaft in Bonn im Jahr 1991 mit mindestens 250 Schuss. Mindestens 57 Kugeln trafen die Botschaft.

Klette wird außerdem vorgeworfen, an einem Bombenanschlag auf ein neu errichtetes Gefängnis in Weiterstadt im Jahr 1993 beteiligt gewesen zu sein, bei dem ein Schaden von schätzungsweise 73 Millionen Euro entstand. Angeblich kletterten Mitglieder der Terrorgruppe über die Gefängnismauer, überwältigten und entführten die Wärter und zündeten Sprengsätze innerhalb der Einrichtung, in der noch keine Gefangenen untergebracht waren.

Was ist seitdem passiert?

Spätestens 1990 war Klette aus der Öffentlichkeit verschwunden. Äußerlich führte sie offenbar ein unauffälliges Leben. Nach Angaben der Behörden lebte sie später jahrzehntelang unter falscher Identität in Berlin, während ihre mutmaßlichen Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg weiterhin auf freiem Fuß sind.

Klette steht wegen der Raubüberfälle seit Anfang März 2025 vor dem Amtsgericht Verden vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft Verden wirft Klette, Staub und Garweg vor, von 1999 bis 2016 in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein Geldtransportfahrzeuge und Kassenstellen überfallen und ausgeraubt zu haben, um ihr Leben im Verborgenen zu finanzieren.

Für große Überraschung sorgte die Nachricht, dass die Polizei sie am 26. Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg festgenommen hatte. Nachbarn kannten Klette als „Claudia“ und beschrieben sie als freundliche, grauhaarige Nachhilfelehrerin. In ihrer Wohnung fanden die Ermittler unter anderem Pistolen, Munition und sogar Waffen in Militärqualität.

Herausgegeben von: Sean Sinico

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