Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstag zu Gesprächen nach Berlin kommen werde.
Das Treffen findet statt, während Kiew mehr Raketen zur Abwehr russischer ballistischer Angriffe anstrebt und die europäischen Regierungen im nächsten Jahr um zusätzliche 70 Milliarden Euro (78 Milliarden US-Dollar) an Finanzmitteln bittet.
Merz teilte der Berliner Industrie- und Handelskammer mit, dass er mit einem Treffen mit Selenskyj gegen Mittag rechne. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.
Was steht in Berlin auf dem Programm?
Ein Schwerpunkt der Gespräche soll voraussichtlich militärische und finanzielle Unterstützung sein. Die Ukraine braucht mehr Raketen für Systeme wie den in den USA hergestellten Patriot. Deutschland hat bereits die Patriot-Systeme geliefert, die es angeblich entbehren kann, ohne seine eigene Luftverteidigung zu schwächen.
Selenskyj erläuterte auf einem EU-Gipfel im Oktober den Finanzierungsbedarf der Ukraine. Es wird erwartet, dass bei künftigen EU-Treffen bekannt wird, wie das Geld aufgebracht werden kann, wenn die Regierungen über den langfristigen Haushalt der Union diskutieren.
Berlin plant außerdem, später in diesem Monat ein Gipfeltreffen der Länder auszurichten, die die Ukraine unterstützen, um weitere Unterstützung vor dem Winter zu besprechen.
Wie passt der Besuch in die Friedensgespräche?
Kurz vor Selenskyjs erwarteter Ankunft kündigte der US-Sondergesandte Steve Witkoff an, dass sich Berater aus der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten am 10. und 11. November in Abu Dhabi treffen würden, um die Sicherheit nach dem Krieg, Schritte zum Abbau der Spannungen und humanitäre Hilfe zu besprechen.
US-Gesandte werden diese Woche in Brüssel mit europäischen und NATO-Vertretern über Sicherheitsgarantien und Wiederaufbau sprechen. Berlin geht davon aus, dass europäische Vertreter in Abu Dhabi anwesend sein werden, allerdings dürften diese voraussichtlich nicht am Verhandlungstisch sitzen.
