Das deutsche Bundeskartellamt kündigte am Mittwoch eine Untersuchung gegen den chinesischen E-Commerce-Riesen Temu an und sagte, es wolle die Bedingungen für Händler und die Behandlung des Unternehmens gegenüber den Lieferanten, auf die es beim Verkauf seiner Produkte angewiesen ist, untersuchen.
„Jeden Monat besuchen mehr als 100 Millionen Nutzer europäischer Marktplätze temu.com“, sagte Andreas Mundt, Präsident der Wettbewerbsaufsicht, in einer Erklärung. „Seit fast einem Jahr ist auch die Handelsplattform für deutsche Anbieter geöffnet. Wir gehen dem Verdacht nach, dass Temu den Händlern auf dem deutschen Marktplatz unzumutbare Preisbedingungen setzen könnte.“
Warum wird das Kartellamt tätig?
Temu hat in Deutschland schätzungsweise 19,3 Millionen aktive Nutzer, was weit über einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung entspricht.
„Solche Maßnahmen könnten eine dramatische Gefährdung des Wettbewerbs darstellen und letztlich zu Preiserhöhungen in anderen Vertriebskanälen führen“, sagte Mundt.
Die Untersuchung richtet sich offiziell gegen die EU-weite Muttergesellschaft Whaleco Technology Limited (Temu) mit Sitz in Dublin im notorisch körperschaftssteuerfreundlichen EU-Mitgliedstaat Irland.
Zuverlässige Zahlen zum Umsatz oder Handelsvolumen von Temu liegen nicht vor, Experten sind sich jedoch einig, dass die Einnahmen im Jahr 2024 aufgrund der Expansion in Europa und Amerika stark angestiegen sind. Schätzungen für den Jahresumsatz liegen zwischen etwa 30 und 70 Milliarden US-Dollar, was einer Verdoppelung oder Vervierfachung des Werts von 2023 entspricht.
Temu wurde im Juli dieses Jahres auch von einer Untersuchung der Europäischen Kommission kritisiert. Sie warf dem Unternehmen vor, gegen EU-Gesetze zu verstoßen, indem es nicht genug unternahm, um den Verkauf illegaler Produkte auf seiner Plattform zu bekämpfen.
Herausgegeben von: Wesley Rahn
