Die Ukraine bestreitet Beteiligung an Nord Stream-Explosionen

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Die Ukraine sei nicht an den Explosionen beteiligt gewesen, die im Jahr 2022 die Nord Stream-Gaspipelines erschütterten und diese dadurch außer Betrieb setzten, erklärte der Generalstaatsanwalt des Landes am Donnerstag.

Die Erklärung kam, als ein ehemaliger ukrainischer Soldat in Deutschland wegen der Initiierung der Anschläge vor Gericht steht und ihm vorgeworfen wird, Mittäter an einem Kriegsverbrechen gewesen zu sein. Der Angeklagte Serhii K. bestreitet die Vorwürfe.

Berlin geht davon aus, dass die Sprengungen von ukrainischen Staatsorganen angeordnet wurden, die es nicht näher bezeichnet.

Was hat die Ukraine zu den Nord Stream-Explosionen gesagt?

In einer Erklärung vom Donnerstag sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt, seine Ermittlungen hätten bisher keine Beweise für eine Beteiligung Kiews ergeben, weder auf der Ebene offizieller Stellen noch auf der Ebene einzelner Beamter.

„Gleichzeitig sind die Ermittlungen zu diesen Umständen noch nicht abgeschlossen und die notwendigen Beweise werden noch gesammelt und geprüft“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Der Generalstaatsanwalt schlug vor, mit Berlin ein gemeinsames Ermittlungsteam zu bilden, um den Fall weiter zu untersuchen. Das Büro sagte, es arbeite in dieser Angelegenheit weiterhin mit den deutschen Behörden zusammen.

„Die Ukraine ist bereit, zur Aufklärung des gesamten Sachverhalts beizutragen“, erklärte das Büro.

Was wissen wir über die Nord Stream-Explosionen?

Die Pipelines Nord Stream 1 und 2 wurden errichtet, um russisches Gas nach Deutschland und in andere Länder Europas zu liefern.

Nord Stream 2 war noch nicht in Betrieb genommen, als im September 2022, Monate nach der umfassenden Invasion Russlands in der Ukraine und den darauffolgenden europäischen Sanktionen gegen russische Ölexporte, beide Pipelines Gegenstand von Sabotageanschlägen waren.

Sehrii K. wurde im vergangenen Sommer in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt.

Deutsche Staatsanwälte behaupten, er habe mit anderen ukrainischen Militärangehörigen bei der Planung und Durchführung der Anschläge im Jahr 2022 zusammengearbeitet, als er noch aktiver Armeeoffizier war.

Ziel sei es, die Gaslieferungen dauerhaft zu unterbrechen und Russlands Kriegsfinanzierung zu kürzen, argumentieren die Staatsanwälte.

Herausgegeben von: Zac Crellin

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