Der deutsche Einzelhandel steht vor einer neuen Insolvenzwelle: Zwischen August 2024 und August 2025 wurden 2.490 Insolvenzen registriert.
Dieser Wert entspricht fast dem Rekord von vor einem Jahrzehnt, wie eine Studie von Allianz Trade zeigt.
Der Versicherer sagte, dass insbesondere kleinere Geschäfte im harten Kampf mit großen Online-Marktplätzen zu kämpfen hätten, da die hohen Investitionskosten für digitale Upgrades und Automatisierung schwer wiegen.
Allerdings könnte es bessere Nachrichten für Restaurantbetreiber geben, da das Parlament über niedrigere Umsatzsteuern für den Sektor debattiert.
Mehr dazu und die wichtigsten Schlagzeilen aus Deutschland am Donnerstag, 4. Dezember:
Im Deutschen Bundestag wird darüber diskutiert, die Umsatzsteuer auf Restaurantspeisen dauerhaft auf das Niveau während der Corona-Pandemie zu senken.
Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Anstrengung, Unternehmen und Verbraucher zu unterstützen, die mit Inflation, hohen Energiekosten und schwächerer Kaufkraft konfrontiert sind.
Die Minister haben bereits einen Gesetzesentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil gebilligt, der die Steuer auf in Restaurants servierte Speisen von 19 % auf 7 % senken würde.
Die Maßnahme bedarf noch der Zustimmung des Parlaments. Es ist Teil des Politikpakets, das im Koalitionsvertrag zwischen dem konservativen Block von Bundeskanzler Friedrich Merz und den Mitte-Links-Sozialdemokraten Klingbeils ausgehandelt wurde.
Die Koalition, die Anfang Mai ihr Amt angetreten hat, hat die Wiederbelebung der sich verlangsamenden deutschen Wirtschaft zu einer zentralen Priorität gemacht.
Während der Coronavirus-Pandemie war die Umsatzsteuer auf Restaurantlebensmittel vorübergehend auf 7 % gesenkt worden, um dem Sektor durch die Lockdowns zu helfen, doch nach dem Ende der Beschränkungen stieg der Satz wieder auf 19 %.
In Deutschland kam es zu einer schnelleren Welle von Einzelhandelsinsolvenzen: Eine neue Studie meldet 2.490 Insolvenzen zwischen August 2024 und August 2025.
Laut Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade liege die Zahl nahe am bisherigen Rekord von 2.520 Fällen aus den Jahren 2015 bis 2016.
„Der Einzelhandel kämpft immer noch mit den tiefgreifenden Veränderungen seines Geschäftsmodells, die während der Pandemie begonnen haben“, sagte Allianz-Branchenexperte Guillaume Dejean. „Um der verschärften Konkurrenz großer Online-Marktplätze standzuhalten, müssen Einzelhändler stark in digitale Kanäle, datengesteuertes Merchandising und innovative Technologien für die Ladengestaltung investieren.“
Laut Allianz Trade führen viele Ketten autonome Lagersysteme, KI-basierte Produktempfehlungstools und Roboter-Regalscanner ein. Andere testen selbstnavigierende Serviceroboter in der Werkstatt, um Kunden bei der Suche nach Artikeln zu unterstützen. Der Versicherer sagte, kleine Geschäfte seien besonders unter Druck und beschrieb die Situation als „einen Kampf David gegen Goliath“.
Der Studie zufolge verbessern diese Innovationen das Kundenerlebnis und die Rentabilität, erfordern jedoch große Vorabausgaben, die sich viele kleinere Betreiber nicht leisten können.
Allerdings verwies das Versicherungsunternehmen auch auf positive Signale, darunter steigende Reallöhne und verbesserte Kreditbedingungen.
Die EU-Finanzminister haben sich darauf geeinigt, „so bald wie möglich im Jahr 2026“ Zölle auf Billigpakete chinesischer Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress einzuführen, was den Wettbewerbsdruck verringern könnte.

Guten Tag aus der DW-Nachrichtenredaktion im ohnehin schon sehr weihnachtlichen Bonn.
Danke schön für Ihren Beitritt, denn eine neue Studie berichtet von fast rekordverdächtigen Einzelhandelsinsolvenzen in Deutschland zwischen August 2024 und August 2025.
Der Versicherer Allianz sagt, dass Einzelhändler unter Druck stehen, in kostspielige digitale Tools, KI-Systeme und automatisierte Logistik zu investieren, um mit großen Online-Plattformen zu konkurrieren, was kleine Geschäfte in einen „David gegen Goliath“-Kampf zurücklässt.
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