Österreich: Polizei verhaftet Verdächtigen wegen vergifteter HiPP-Babynahrung

von Otto Hofmann
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Die österreichische Polizei hat einen 39-jährigen Mann im Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch festgenommen, bei dem Rattengift in Gläschen mit Babynahrung der deutschen Marke HiPP gegeben wurde, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt am Samstag der Nachrichtenagentur DPA.

Die Nachrichtenagentur APA zitierte die Polizei mit der Aussage, der Verdächtige sei im Burgenland, einem Bundesland im Süden Österreichs, festgenommen worden.

Zuvor die österreichische Boulevardzeitung Kronen Zeitung berichtete, dass der Tatverdächtige im an Deutschland grenzenden Bundesland Salzburg festgenommen worden sei.

Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass der Verdächtige in Österreich inhaftiert wurde. Seine Identität wurde aus taktischen Gründen im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen nicht bekannt gegeben. Die Polizei gab an, dass er derzeit vernommen werde.

Was wissen wir über den Fall?

Nach Angaben der Behörden versuchte ein Unbekannter, Geld von HiPP zu erpressen, indem er deren Produkte mit Rattengift kontaminierte.

Im vergangenen Monat wurden in Österreich, der Tschechischen Republik und der Slowakei fünf „manipulierte“ Gläser mit HiPP-Babynahrung sicher geborgen, bevor sie verzehrt werden konnten. HiPP hat in Österreich einen Produktrückruf gestartet.

Die deutsche Polizei wurde in den Fall verwickelt, weil die Gläser von einem deutschen Unternehmen hergestellt wurden.

In Österreich fanden Ermittler in einem beschlagnahmten 190-Gramm-Glas „Karotten mit Kartoffeln“ insgesamt 15 Mikrogramm Rattengift. Das Glas wurde in einem Spar-Supermarkt in der Stadt Eisenstadt im Burgenland gekauft. Die genaue Natur des Giftes bleibt unbekannt.

Derzeit wird in Österreich nach einem zweiten potenziell vergifteten Glas gesucht. Nach Angaben des Unternehmens war das deutsche Produktsortiment nicht betroffen.

HiPP-Werk in Pfaffenhofen an der Ilm, Bayern, Deutschland
HiPP wurde vor über 120 Jahren in Bayern, Deutschland, gegründet

Berichten zufolge forderte der Erpresser 2 Millionen Euro

Kurz nachdem der Fall ans Licht kam, berichtete eine österreichische Zeitung Die Presse berichtete, dass im März eine E-Mail an HiPP gesendet worden sei, in der 2 Millionen Euro (2,3 Millionen US-Dollar) innerhalb von sechs Tagen gefordert wurden, das Unternehmen dies jedoch erst zwei Wochen nach Ablauf der Frist bemerkte.

Das Unternehmen gab anschließend an, dass die E-Mail an eine Gruppenadresse gesendet worden sei, die nicht häufig überprüft wurde.

HiPP ist ein Familienunternehmen, das vor über 120 Jahren in Bayern, Deutschland, gegründet wurde. Der deutsche Hauptsitz und Hauptproduktionsstandort des Unternehmens befindet sich im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm. Allerdings hat die HiPP Holding AG als Muttergesellschaft ihren Sitz in Sachseln, Schweiz.

Herausgegeben von: Saim Dušan Inayatullah

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