Nach Angaben des Innenministeriums verzeichnete Deutschland im vergangenen Jahr einen starken Rückgang der Asylanträge, wobei die Zahl der Erstanträge im Jahr 2025 auf 113.236 sank.
Das ist weniger als die Hälfte der Vorjahreszahl von 229.751 und fast ein Drittel der 329.120 im Jahr 2023 gestellten Asylanträge.
Strengere Migrationspolitik in Deutschland
Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die konservativ geführte deutsche Regierung die Migrationspolitik verschärft und die Grenzkontrollen verschärft hat. Zu den Maßnahmen gehören Grenzabweisungen, die Verweigerung der Aufnahme von Familienangehörigen, die Abschaffung von beschleunigten Staatsbürgerschaftsanträgen und die zunehmende Rückführung von Migranten.
„Das klare Signal aus Deutschland, dass sich die Migrationspolitik in Europa verändert hat, ist auch in der Welt angekommen“, sagte Innenminister Alexander Dobrindt.
„Wer keinen Anspruch auf Schutz hat, soll nicht kommen; wer zum Täter wird, muss gehen“, fügte Dobrindt hinzu.
Das Ministerium sagte, dass die Abschiebungen im Jahr 2025 ebenfalls um rund 20 % gestiegen seien.
Doch Bundeskanzler Friedrich Merz wies in seiner Neujahrsbotschaft darauf hin, dass die Türen für Asylsuchende nicht völlig verschlossen seien.
Er sagte, seine Regierung arbeite daran, neue Wege für die legale Migration zu schaffen und gleichzeitig Routen für illegale und ungeordnete Migration zu schließen.
„Für uns sind Menschlichkeit und Ordnung zwei Seiten derselben Medaille“, sagte er.
Faktoren, die über die Politik hinausgehen, spielen eine Rolle
Migrationsexperten führen den Rückgang der Asylbewerberzahlen nicht nur auf eine strengere deutsche Politik zurück.
Der Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Ende 2024 hat die Zahl der Syrer, die in Deutschland Asyl suchen, verringert.
Nach Schätzungen des Mediendienst Integration lebten im November 2025 rund 948.000 syrische Staatsbürger in Deutschland. Einige sind im vergangenen Jahr im Rahmen eines Förderprogramms nach Syrien zurückgekehrt, das Reisekosten und eine erste finanzielle Unterstützung der Bundesregierung umfasst.
Auch über Deutschland hinaus haben sich die Migrationstrends in ganz Europa verschoben.
In Italien hat eine strengere Einwanderungspolitik die Ankünfte gedrosselt, was sich indirekt auch auf Deutschland auswirkt, während Spanien den gegenteiligen Trend zeigt und irregulären Migranten mit Beschäftigungsaussichten bessere Chancen auf einen legalen Status bietet.
Herausgegeben von: Kieran Burke
