Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat sich gegen Elemente einer vom Weißen Haus vorgeschlagenen neuen nationalen Sicherheitsstrategie der USA gewehrt.
Wadephul sagte, Berlin brauche keine externen Vorträge über Meinungsfreiheit oder die Organisation demokratischer Gesellschaften.
Was wissen wir über die neue US-Strategie?
Das US-Dokument beschreibt die „America First“-Weltanschauung von US-Präsident Donald Trump.
Es signalisiert eine Abkehr von Washingtons traditioneller globaler Rolle hin zu einer stärkeren Fokussierung auf Lateinamerika und Migration und beinhaltet scharfe Kritik an langjährigen Verbündeten in Europa.
In dem Papier hieß es, die USA würden Akteure und politische Parteien unterstützen, die sich den von der EU geführten politischen Positionen, auch in der Einwanderungsfrage, widersetzen.
Was sagte Deutschlands Spitzendiplomat zur US-Strategie?
In einer Rede in Berlin an der Seite der isländischen Außenministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir sagte Wadephul, solche Angelegenheiten seien in der deutschen Verfassungsordnung geregelt und verwies auf die Gewaltenteilung und die Pressefreiheit.
Wadephul sagte, die Vereinigten Staaten seien und bleiben „unser wichtigster Verbündeter im (NATO-)Bündnis. Dieses Bündnis konzentriert sich jedoch auf die Lösung sicherheitspolitischer Fragen.“
Der Minister sagte, Fragen der Meinungsfreiheit oder der Organisation freier Gesellschaften gehörten nicht zum Aufgabenbereich des Bündnisses, wenn es um Deutschland gehe.
„Wir sehen uns in der Lage, diese Angelegenheiten in Zukunft völlig alleine zu diskutieren und zu debattieren und brauchen keinen Rat von außen“, sagte Wadephul.
Allerdings sagte er, er werde nun „die neue US-Sicherheitsstrategie im Detail analysieren“.
Die Beziehungen zwischen Washington und Europa sind seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus angespannter, wobei Streitigkeiten über Migration und Debatten über freie Meinungsäußerung die Spannungen verschärfen.
Die US-Regierung hat auch Beziehungen zur rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) gepflegt, einschließlich eines Besuchs eines hochrangigen AfD-Abgeordneten im Weißen Haus im September.
Herausgegeben von: Sean Sinico
