Deutschland: 500.000 Vögel werden wegen der Ausbreitung der Grippe getötet

von Otto Hofmann
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Seit Anfang September wurden in Deutschland über eine halbe Million Hühner, Enten, Gänse und Truthähne getötet, als eine ansteckende Vogelgrippe das Land heimgesucht hat.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), der für die Überwachung der Tierseuche zuständigen Bundesbehörde, wurden 30 Ausbrüche in Geflügelställen und weitere 73 bei Wildvögeln registriert.

Ausbrüche der Vogelgrippe treten nach Angaben des FLI in der Regel Anfang November auf dem Höhepunkt der Zugsaison auf, so dass die aktuelle Pest ihren Höhepunkt möglicherweise noch nicht erreicht hat.

Im südwestlichen Bundesland Rheinland-Pfalz meldeten die örtlichen Behörden, dass täglich neue Verdachtsfälle bei ihnen einträten, und sprachen von einer „ungewöhnlichen Dynamik“.

Vogelgrippe in Deutschland: Wo sind die Gebiete am stärksten betroffen?

Am schlimmsten betroffen sind die nördlichen und östlichen Bundesländer Niedersachsen (20 Fälle), Thüringen (19), Brandenburg (19) und Mecklenburg-Vorpommern (14). Aber auch im südlichen Bundesland Bayern (acht) und im westlichen Bundesland Nordrhein-Westfalen (fünf) wurden Fälle bestätigt.

Berichten zufolge waren Kraniche besonders stark betroffen, wobei Rettungskräfte im Norden Brandenburgs, nördlich von Berlin, Tausende infizierte, tote Tiere beseitigen mussten, die auf den Feldern verstreut waren.

Nach Angaben des FLI werden die Ausbrüche durch den hochansteckenden H5N-1-Stamm des HPAIV-Influenzavirus – allgemein bekannt als Vogelgrippe – verursacht.

Ist die Vogelgrippe für den Menschen gefährlich?

In hohen Dosen ist das Virus theoretisch auf den Menschen übertragbar, dem Robert Koch-Institut (RKI), dem Bundesamt für Krankheitsbekämpfung und -prävention, sind jedoch keine derartigen Fälle bekannt.

Vielmehr könnten die Auswirkungen auf den Menschen eher in der Tasche zu spüren sein, da Robert Schmack, Vorsitzender des Bayerischen Geflügelverbandes, vor einem möglichen Anstieg der Eierpreise um 40 % und einer geringeren Auswahl an Geflügelprodukten in Supermärkten warnt.

Der Vorsitzende des Mitteldeutschen Geflügelverbandes, Hans-Peter Goldknick, ist jedoch anderer Meinung, sagte er dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF Er rechnet „kurzfristig und vor Weihnachten nicht mit Preisexplosionen“, nicht zuletzt weil die meisten Gänse in Deutschland aus Ungarn und Polen importiert werden.

Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, empfiehlt das FLI, den Kontakt mit toten Vögeln zu vermeiden und in der Nähe von Ställen mit gefährdeten Tieren keine schmutzigen Stiefel zu tragen.

Unterdessen sagte eine Sprecherin der oppositionellen Grünen im Bundestag, der aktuelle Ausbruch der Vogelgrippe habe die „Verwundbarkeit der Massentierhaltung“ offenbart, in der vollgepackte Ställe optimale Bedingungen für die Ausbreitung des Virus bieten.

Herausgegeben von: Louis Oelofse

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