Bei einer Schießerei in der norddeutschen Stadt Stade kamen nach Angaben der örtlichen Polizei am Montag mehrere Menschen ums Leben.
Die Polizei meldete zunächst die Zahl der Todesopfer von fünf Erwachsenen, erklärte jedoch später am Montag, die Zahl sei auf sechs gestiegen. Fünf Menschen starben noch am Tatort, während der sechste im Krankenhaus an den Verletzungen starb, die er sich bei der Schießerei zugezogen hatte, teilte die Polizei in einer Erklärung mit.
Was wissen wir über die Schießerei in Stade?
Bei dem Vorfall wurden auch mehrere Menschen verletzt, eine genaue Zahl nannte die Polizei jedoch nicht.
„In der Nähe eines Jugendzentrums in der Innenstadt wurden Schüsse abgefeuert“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur DPA einen Polizeisprecher. Die Einrichtung umfasst eine vorübergehende Unterbringung von schwangeren Frauen oder jungen Müttern mit Kindern.
„Es handelt sich offenbar weder um einen Femizid noch um ein politisches Motiv“, sagte die Sprecherin und fügte hinzu, das Motiv liege offenbar „im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung“.
Daniela Behrens, die Innenministerin des Landes Niedersachsen, in dem Stade liegt, betonte, der Angriff habe kein „politisches oder wirtschaftliches Motiv“. Sie beschrieb es als „extrem kaltblütigen Gewaltakt“.
Was wissen wir über den Tatverdächtigen und die Opfer der Schießerei?
Bei den Todesopfern der Schießerei handele es sich ausschließlich um Mitarbeiter des Jugendzentrums, sagte Kathrin Schuol, Kriminalpolizistin des Polizeipräsidiums Lüneburg, am Montag auf einer Pressekonferenz.
Darunter waren vier Frauen und zwei Männer.
Der Tatverdächtige ist ein 45-jähriger Deutscher.
Schuol sagte, das Motiv sei vermutlich ein Sorgerechtsstreit gewesen.
Der Verdächtige befand sich in einem Sorgerechtsstreit um seine drei Monate alte Tochter, teilte die Polizei mit.
Das Mädchen und ihre Mutter befanden sich zum Zeitpunkt der Schießerei im Büro, blieben jedoch unverletzt.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte während der Pressekonferenz, dass gegen den Hauptverdächtigen noch kein Haftbefehl erlassen worden sei. Der Haftbefehl würde von den weiteren Ermittlungen der Polizei abhängen.
Der mutmaßliche Schütze wurde auf der Flucht in einem Auto festgenommen, das von einer Frau gelenkt wurde, die ebenfalls mit ihm festgenommen wurde. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich bei dem Fahrer um ein Mitglied des Bekannten- oder Familienkreises des mutmaßlichen Schützen.
Wo fand die Schießerei statt?
Stadtrat Carsten Brokelmann sagte, die Schießereien hätten in der Nähe einer Kindertagesstätte und einer Grundschule stattgefunden.
„Wir sind erleichtert, dass unser Personal und die Kinder in der Kindertagesstätte und der Grundschule in Sicherheit sind, und ich möchte den Polizisten für ihren Einsatz in dieser chaotischen Situation danken“, sagte er in einer Online-Erklärung. „Gleichzeitig gilt unser tiefstes Mitgefühl den Opfern dieser schrecklichen Tat und ihren Familien.“

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte auf die Schießerei und nannte den Vorfall „zutiefst schockierend“.
„Viele Menschen, die anderen helfen und sie schützen wollten, verloren ihr Leben oder wurden verletzt“, schrieb Merz auf seinem X-Account und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.
Bilder vom Tatort zeigten mehrere Rettungskräfte, Krankenwagen und Polizeiautos.
Die Polizei Stade hatte zuvor in einer auf WhatsApp geteilten Erklärung erklärt, dass in der Dankersstraße ein „Großeinsatz“ im Gange sei, und forderte die Bürger auf, das Gebiet zu meiden und den Anweisungen der Rettungskräfte vor Ort zu folgen.
Doch später am Montag sagte die Polizei, es bestehe nun „keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit“.
Stade hat etwa 50.000 Einwohner und liegt westlich von Hamburg.
In Deutschland gelten sehr strenge Waffengesetze, die zu den strengsten in Europa gehören.
Massenerschießungen sind im Land relativ selten, kommen aber dennoch hin und wieder vor.
Die Schießerei am Montag gehörte zu den tödlichsten der letzten Zeit.
Die Polizei warnt vor falschen Angaben zur Schießerei
Die Polizei warnte, dass unbestätigte Informationen über die Lage vor Ort in Chatgruppen und sozialen Medien geteilt würden.
„Die derzeit kursierenden Darstellungen (von Ereignissen) entsprechen nicht den von der Polizei bestätigten Tatsachen“, hieß es in einer WhatsApp-Erklärung.
Die Polizei forderte die Öffentlichkeit auf, keine unbestätigten Berichte, Sprachnachrichten oder Gerüchte weiterzugeben.
„Dies kann zu Unsicherheit führen und den Polizeieinsatz behindern“, sagten Beamte.
Herausgegeben von: Srinivas Mazumdaru, Roshni Majumdar und Wesley Dockery
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