Deutschlands Olympiabewerbung erhält große öffentliche Unterstützung

von Otto Hofmann
3 Minuten Lesedauer

Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage wünscht sich eine große Mehrheit der Deutschen, dass ihr Land wieder Gastgeber der Olympischen Spiele sein wird.

Die Umfrage wurde durchgeführt, da der Deutsche Olympische Sportbund vier Kandidaten für den Austragungsort der ersten Olympischen Sommerspiele in Deutschland seit mehr als fünf Jahrzehnten ausschließen möchte.

Wie sehr wünscht sich Deutschland Olympia?

In einer Forsa-Umfrage für das Nachrichtenmagazin „Stern“ 72 % sagten, sie würden Olympische und Paralympische Sommerspiele in Deutschland entweder im Jahr 2036, 2040 oder 2044 begrüßen.

Nur 22 % lehnten die Idee ab, während 6 % keine Meinung äußerten. Die Unterstützung war in allen Altersgruppen und politischen Parteien groß.

Selbst die sonst sehr skeptischen Anhänger der sozialistischen Linkspartei und der rechtsextremen Alternative für Deutschland sprachen sich mit 71 % für eine deutsche Bewerbung aus.

Wo könnten in Deutschland die Olympischen Spiele stattfinden?

Der Deutsche Olympische Sportbund will bis Herbst 2026 entscheiden, welche Stadt er mit vier chancenreichen Kandidaten nominiert. Dies sind Berlin, Hamburg, München und die Rhein-Ruhr-Region.

Von den bundesweiten Befürwortern bevorzugten 39 % München, 24 % bevorzugten Rhein-Ruhr, 15 % befürworteten Berlin und 11 % entschieden sich für Hamburg. Forsa befragte am 30. und 31. Oktober 1.008 Erwachsene.

Geografisch gesehen fanden Bewerbungen aus Berlin und Hamburg in ihren Heimatregionen deutlich weniger Zuspruch als solche aus München oder dem Rhein-Ruhr-Gebiet.

Eine Entscheidung über den Kandidaten und das Jahr wird im Herbst 2026 erwartet.

Hamburg hatte bereits versucht, die Olympischen Spiele 2024 auszurichten, doch ein Volksentscheid 2015 lehnte den Plan knapp ab.

Unterdessen haben sich die Münchner bereits für die Durchführung der Olympischen Spiele von 2037 bis 2044 ausgesprochen, wobei sich in der bayerischen Landeshauptstadt bei einem Bürgerentscheid im Oktober eine deutliche Mehrheit von über 60 % dafür ausgesprochen hat.

Eine separate YouGov-Umfrage für die Nachrichtenagentur DPA im vergangenen Jahr ergab, dass die Unterstützung für jede deutsche Olympiabewerbung geringer war: 48 % dafür und 32 % dagegen.

Wann war Deutschland schon einmal Gastgeber der Olympischen Spiele?

Deutschland war bereits zwei Mal Gastgeber der Olympischen Spiele, die sich beide als Ereignisse mit hohem Nachrichtenwert erwiesen.

Die Spiele 2036 würden den 100. Jahrestag der Olympischen Spiele 1936 in Berlin markieren, die vom NS-Regime für Propagandazwecke genutzt wurden – ein Faktor, der jede deutsche Bewerbung etwas heikel machen würde. Diese Spiele wurden auch dadurch geprägt, dass der schwarze US-Sprinter Jesse Owens vier Goldmedaillen gewann, um sich der rassistischen Ideologie von Adolf Hitler zu widersetzen.

Während der Olympischen Spiele 1972 in München, der ersten großen internationalen Sportveranstaltung auf deutschem Boden seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, stürmten acht palästinensische bewaffnete Männer die Wohnung der israelischen Mannschaft im Olympischen Dorf.

Die Militanten des Schwarzen Septembers erschossen zwei israelische Teammitglieder und nahmen weitere neun Israelis als Geiseln.

Bei einer verpatzten Reaktion der westdeutschen Polizei wurden alle neun Geiseln sowie fünf Geiselnehmer und ein Polizist getötet. Der Vorfall löste eine tiefe Kluft zwischen Deutschland und Israel aus.

Herausgegeben von: Rana Taha

Entdecken Sie mehr Themen