Nachrichten aus Deutschland: Exporte steigen stärker als erwartet

von Otto Hofmann
3 Minuten Lesedauer
  • Die deutschen Exporte sind im März im Monatsvergleich um 0,5 % und im Jahresvergleich um 1,9 % gestiegen, während die Importe um 5,1 % gestiegen sind.
  • Die Lieferungen in die USA und nach China sind stark zurückgegangen
  • Die deutsche Commerzbank plant den Abbau von 3.000 Stellen, um ein Übernahmeangebot der UniCredit abzuwehren
  • In einer westdeutschen Stadt kommt es zu einer Bankgeiselnahme

Hier die neuesten Entwicklungen aus und über Deutschland am Freitag, 8. Mai 2026:

Deutschland Frankfurt 2026 | Commerzbank-Gebäude im Kontext der UniCredit-Übernahme

Die deutsche Commerzbank hat ihre Verteidigung gegen ein Übernahmeangebot des Finanzriesen UniCredit verstärkt, indem sie ihre Ziele angehoben und den Abbau von 3.000 Stellen geplant hat.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sagte, die Strategie ziele darauf ab, die Performance zu steigern und jede Übernahme zu teuer zu machen.

Die Bank plant, rund 3.000 ihrer 38.000 Stellen abzubauen, unter anderem aufgrund von Effizienzgewinnen durch KI, und gleichzeitig rund 450 Millionen Euro zu investieren, um einen sozialverträglichen Abbau sicherzustellen. Seit 2020 wurden bereits 10.000 Stellen gestrichen.

UniCredit unter der Führung von Andrea Orcel hat einen Anteil von mehr als einem Viertel aufgebaut und sich Optionen für eine größere Beteiligung gesichert, was den Übernahmedruck erhöht. Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützte die Commerzbank und kritisierte deren aggressive Taktik.

Trotz der schwachen Wirtschaftslage hat die Commerzbank ihre langfristigen Ziele angehoben und strebt bis 2030 einen Umsatz der Commerzbank von 16,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro an. Die starken Ergebnisse des ersten Quartals haben die Erwartungen der Analysten übertroffen, auch wenn der Aktienkurs im frühen Handel nachgab.

Die deutschen Exporte sind trotz anhaltender globaler Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg trotz eines Rückgangs der Lieferungen in die USA leicht gestiegen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Exporte im März gegenüber dem Vormonat um 0,5 % und gegenüber dem Vorjahr bereinigt um 1,9 %.

Die Importe sind stärker gestiegen und stiegen gegenüber Februar um 5,1 % und gegenüber dem Vorjahr um 7,2 %. Deutschland verzeichnete Exporte im Wert von 135,8 Milliarden Euro gegenüber Importen von 121,5 Milliarden Euro, was einen Handelsüberschuss von 14,3 Milliarden Euro gegenüber 19,6 Milliarden Euro im Februar ergibt.

Deutschlands wichtigster Exportmarkt blieben die USA, allerdings sind die Lieferungen dort deutlich zurückgegangen. Die Exporte in die USA beliefen sich auf insgesamt 11,2 Milliarden Euro, 7,9 % weniger als im Vormonat und 21,4 % weniger als im März 2025. Auch die Exporte nach China gingen um 1,8 % zurück. Die Nachfrage verlagerte sich in Richtung EU, wo die Exporte um 3,4 % stiegen, und nach Großbritannien, wo sie um 3,2 % stiegen.

Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit in der exportorientierten deutschen Wirtschaft erhöht, da höhere Ölpreise die Transportkosten in die Höhe trieben. Das hat die Erwartungen einer stärkeren Erholung gedämpft.

Die Regierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr um die Hälfte auf 0,5 % gesenkt. Auch die Handelsspannungen sind wieder aufgetaucht, als Donald Trump mit neuen Zöllen drohte, was das Risiko eines erneuten Handelsstreits zwischen der EU und den USA erhöht.

Die deutschen Exporteure hatten sich zu Beginn des Jahres erholt, mit starken Zuwächsen im Februar und einer Erholung im Jahr 2025, angetrieben durch einen robusten Dezember. Allerdings rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag nun damit, dass die Exporte im Jahr 2026 stagnieren, statt wie bisher prognostiziert um 1,0 % zu wachsen.

Guten Tag aus der DW-Nachrichtenredaktion in Bonn.

Sie schließen sich uns an, denn es gibt Neuigkeiten, dass die deutschen Exporte besser waren als erwartet, auch wenn die Verkäufe in die Vereinigten Staaten zurückgehen.

Unterdessen hat eine der größten deutschen Banken angekündigt, dass sie im Kampf gegen die Übernahme durch einen italienischen Konkurrenten einen Stellenabbau plant.

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