Nachrichten aus Deutschland: Streiks treffen den öffentlichen Nahverkehr im ganzen Land

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer
  • In den meisten Bundesländern kommt es zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr, in Großstädten stehen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen weitgehend still
  • Die Gewerkschaft Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen sowie Lohnverbesserungen
  • Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgebern haben kaum Fortschritte gemacht und keine Seite sieht einen baldigen Durchbruch

Hier die Schlagzeilen, Berichte und Analysen aus ganz Deutschland vom Freitag, 27. Februar:

Langwierige Bahnstreiks der deutschen Lokführergewerkschaft GDL konnten vermieden werden, nachdem der nationale Bahnbetreiber Deutsche Bahn und die Gewerkschaft über Nacht eine neue Tarifvereinbarung getroffen hatten.

Sprecher beider Seiten bestätigten am frühen Freitag, dass eine Einigung erzielt worden sei. Die vollständigen Einzelheiten sollen später in Berlin vorgestellt werden.

Die GDL hatte einen 40-Punkte-Katalog mit Forderungen vorgelegt, der Gehaltserhöhungen von bis zu 8 % für ihre Mitglieder vorsah.

Zu den Vorschlägen gehörten:

  • Eine allgemeine Lohnerhöhung von 3,8 %
  • Höhere Zulagen
  • Verbesserte Bedingungen für Trainer
  • Bessere Rentenprämien

Es gab keine unmittelbaren Einzelheiten darüber, um welchen Kompromiss es sich handelte.

Wäre die letzte Verhandlungsrunde gescheitert, hätten die Lokführer ab März streiken können. Das hätte zu weitreichendem Reisechaos für die Passagiere führen können, die die schlechte Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs ohnehin schon satt hatten.

In Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern getrennt geführt werden, meist mit kommunalen Arbeitgeberverbänden, fordert Verdi vor allem deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen.

Dazu gehören kürzere Wochen- und Schichtarbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Auch in Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und an der Hamburger Hochbahn wird über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.

Laut Verdi kamen die Gespräche zuletzt kaum voran. Auch Arbeitgeber klagen über mangelnde Bewegung in den Verhandlungen. Die Berliner BVG, Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen, hat Verdi dafür kritisiert, dass sie nicht klar darlegt, welche Forderungen für sie oberste Priorität haben.

Es ist unklar, wann Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft getroffen werden. Die Verhandlungen verlaufen von Region zu Region sehr unterschiedlich, doch in jüngster Zeit schien keine von ihnen auch nur annähernd einen Durchbruch zu erzielen.

Wegen Warnstreiks kommt es seit den frühen Morgenstunden in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs in fast allen Bundesländern zu erheblichen Beeinträchtigungen.

„Der Streik hat begonnen“, bestätigte der Chefunterhändler der Gewerkschaft Verdi, Serat Canyurt.

Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen werden voraussichtlich 48 Stunden lang in den Depots bleiben, wobei der Betrieb erst mit Betriebsbeginn am Sonntagmorgen wieder aufgenommen werden soll.

In den meisten Regionen werden voraussichtlich nur sehr wenige Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen verkehren. Die Streiks, die in den frühen Morgenstunden des Freitags begannen, könnten je nach Region bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags andauern.

Allerdings gilt in Niedersachsen noch bis Ende März ein Streikverbot, sodass dort Arbeitskämpfe im öffentlichen Nahverkehr bis dahin nicht zulässig sind.

Ob es im südwestlichen Bundesland Baden-Württemberg zu neuen Warnstreiks kommen wird, bleibt unklar.

Guten Tag aus der DW-Nachrichtenredaktion in Bonn, wo wir – nach einem ziemlich kühlen und langen Winter – wieder Frühling in unseren Schritten haben, denn die Temperaturen werden voraussichtlich milde 19 Grad Celsius erreichen.

Dennoch ist es ein miserabler Tag für Pendler, da der örtliche Bus- und Bahnverkehr von Streiks betroffen ist. In den meisten Regionen werden voraussichtlich nur sehr wenige Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen verkehren.

In Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern getrennt geführt werden, meist mit kommunalen Arbeitgeberverbänden, fordert die Gewerkschaft Verdi deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen.

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