Nachrichten aus Deutschland: Opposition kritisiert Evakuierungsstrategie am Golf

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer
  • Die Oppositionsparteien im Bundestag sagen, die Reaktion Berlins sei zu langsam und zu begrenzt gewesen
  • Die Grünen werfen dem Auswärtigen Amt Unvorbereitetheit vor
  • Die Sozialistische Linkspartei sagt, die Evakuierungsstrategie der Regierung schaffe Unsicherheit
  • Die Polizei warnt davor, dass Betrüger versuchen, die Panik auszunutzen

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Die Polizei hat vor betrügerischen Flug-Umbuchungshotlines gewarnt, nachdem eine Frau in Niederbayern um 2.500 Euro (ca. 2.900 US-Dollar) betrogen wurde.

Den Ermittlern zufolge schalten Kriminelle bezahlte Anzeigen in Suchmaschinen, die Reisende zu gefälschten Servicenummern weiterleiten, die sich als Fluggesellschaften oder Buchungsportale ausgeben.

Das Bayerische Landeskriminalamt riet Verbrauchern, Hotline-Nummern ausschließlich über die offizielle Website der Fluggesellschaft oder Buchungsplattform zu erhalten und nicht über Online-Anzeigen.

Reisenden wird dringend empfohlen, nicht auf Rückrufnummern oder unbekannte Support-Links zu antworten, die in Stornierungsmitteilungen enthalten sind, es sei denn, sie haben diese überprüft. Buchungsänderungen sollten ausschließlich über ein persönliches Kundenkonto vorgenommen werden.

Wenn ein vermeintlicher Servicemitarbeiter den Fernzugriff auf ein Smartphone oder einen Computer verlangt, fordert die Polizei, das Gespräch sofort zu beenden, die Verbindung zum Internet zu trennen und sich an die Bank zu wenden.

Kritik kommt auch von der sozialistischen Linkspartei: Die außenpolitische Sprecherin Cansu Özdemir bezeichnete die Krisenkommunikation der Regierung zu Golf-Evakuierungen als unzureichend.

„Mit der aktuellen Aussage von Außenminister Wadephul, dass zunächst nur ältere Menschen, Kinder, Kranke und Schwangere evakuiert werden sollen, sorgt die Bundesregierung für weitere Verunsicherung“, sagte Özdemir gegenüber Funke.

In dieser Situation war es entscheidend, ruhig und umsichtig zu handeln. „Die Regierung tut dies nicht“, fügte Özdemir hinzu.

Sie forderte, schnellstmöglich Pläne vorzulegen, wie eine Evakuierung aller rund 30.000 Menschen durchgeführt werden könne.

Am Montag kündigte Wadephul an, dass die Bundesregierung Charterflüge nach Saudi-Arabien und Oman schicken wolle, um gestrandete deutsche Reisende von dort aus per Flugzeug zu befördern. Zusätzlich zu den Charterflügen plant das Auswärtige Amt die Entsendung von Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai.

Nachdem Deutschland angekündigt hatte, mit der Evakuierung der ersten deutschen Reisenden aus dem Golfkriegsgebiet zu beginnen, kritisieren Oppositionsparteien das Vorgehen von Außenminister Johann Wadephul.

Das Auswärtige Amt bereitet derzeit die am Montag angekündigte Rückführung „besonders gefährdeter Gruppen“ – Kranke, Kinder und Schwangere – aus der Konfliktregion vor.

Für die Grünen ist die Reaktion unzureichend und kommt zu spät.

„Was wir derzeit im Nahen Osten erleben, ist eine Eskalation, die sich schon seit Wochen als mögliches Szenario abzeichnete“, sagte die grüne Außenpolitikerin Luise Amtsberg der Funke Mediengruppe.

„Dass die Bundesregierung in dieser nun akuten Bedrohungslage dennoch unvorbereitet und überfordert wirkt, ist alarmierend.“

„Es reicht nicht aus, erst am dritten Tag nach Kriegsausbruch anzukündigen, einzelne gefährdete Gruppen aus der Region evakuieren zu wollen“, fügte Amtsberg hinzu.

Guten Tag aus der DW-Nachrichtenredaktion hier in Bonn, während wir Ihnen das Neueste über Deutschland bringen.

Sie schließen sich unserer Kritik an, dass die Pläne der Bundesregierung, gestrandete deutsche Touristen in der Golfregion zu evakuieren, zu wenig und zu spät seien.

Unterdessen warnt die Polizei Reisende davor, bei der Umbuchung ihrer Reise Opfer von Betrügereien zu werden.

Verfolgen Sie diese und andere Schlagzeilen rund um Deutschland ab Dienstag, dem 3. März.

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