Nachrichten aus Deutschland: In Berlin finden deutsch-polnische Kabinettsgespräche statt

von Otto Hofmann
3 Minuten Lesedauer

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk werden die Regierungsgespräche in Berlin leiten.

Es wird erwartet, dass die Unterstützung der Ukraine, der regionalen Sicherheit der NATO und der Wirtschaftsbeziehungen auf der Tagesordnung stehen.

Das Treffen findet vor dem Hintergrund einer zunehmend negativen Meinung über Deutschland in Polen statt, wobei nur ein Drittel der Polen angibt, dass sie Mitgefühl für ihre Nachbarn empfinden.

Hier sind die neuesten Schlagzeilen, Analysen und Hintergründe aus Deutschland vom Montag, 1. Dezember:

IRIS-T-Abwehrsysteme
Die Ukraine hat auch IRIS-T-Luftverteidigungssysteme des deutschen Herstellers Diehl erhalten

Laut einem Bericht des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) war das vergangene Jahr, 2024, ein Rekordjahr für Waffenhersteller, insbesondere in Deutschland.

Deutsche Rüstungsunternehmen verzeichneten mit 36 ​​% das höchste Wachstum, knapp hinter japanischen Unternehmen.

„Es hängt fast alles mit der russischen Invasion in der Ukraine zusammen“, sagte SIPRI-Autorin Nan Tian.

„Die Nachfrage seitens der Bundeswehr ist gestiegen. Egal ob Rheinmetall oder Diehl, der Bau von Panzern, Schützenpanzern, natürlich Munition für die Bundeswehr, um das aufzufüllen, was sie als Militärhilfe in die Ukraine geschickt hat, aber auch um die Zahl der Panzer, Schützenpanzer usw. zu erhöhen.“

Lesen Sie die ganze Geschichte darüber, wie der Ukraine-Krieg die Gewinne der Rüstungsindustrie gesteigert hat.

Das in Polen stationierte deutsche Militär beteiligte sich Berichten zufolge an der polnischen Reaktion, nachdem am Freitag russische MiG-31-Jets entdeckt wurden, die auf die Grenze zuflogen.

Laut der deutschen Zeitung seien polnische Kampfflugzeuge stationiert und zwei deutsche Patriot-Flugabwehrsysteme am Flughafen Rzeszow aktiviert worden, an denen auch deutsche Luftwaffensoldaten beteiligt gewesen seien Bild.

„Am Freitag gab es Aktivitäten im russischen Luftraum und in Polen stationierte Luftverteidigungssysteme reagierten darauf, darunter die beiden Patriot-Systeme der Luftwaffe“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe Bild.

Bundeskanzler Friedrich Merz und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk geben sich in Warschau die Hand
Merz besuchte Tusk in Warschau, Tage nach Beginn seiner Kanzlerschaft (DATEI: 7. Mai 2025)

Der polnische Premierminister Donald Tusk bringt am Montag mehrere seiner Kabinettsmitglieder zu Gesprächen mit ihren deutschen Amtskollegen nach Berlin.

Bundeskanzler Friedrich Merz wird die polnische Delegation vor den Gesprächen am Nachmittag mit militärischen Ehren empfangen.

Im Mittelpunkt der Gespräche sollen die Unterstützung der Ukraine, das NATO-Bündnis und die regionale Sicherheit sowie die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden EU-Nachbarn stehen.

Es wird erwartet, dass beide Seiten im Anschluss an die Gespräche eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen.

Merz betonte die Bedeutung der deutschen Beziehungen zu Polen und reiste kurz nach seinem Amtsantritt als Bundeskanzler im Mai nach Paris und Warschau. Damals sagte Tusk, er sei hinsichtlich der Beziehungen „optimistisch“, aber seitdem sei wenig passiert.

Laut einer aktuellen Umfrage des deutschen öffentlich-rechtlichen Senders „Tagesschau“ haben die polnischen Meinungen über Deutschland den tiefsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Nur ein Drittel äußert sich wohlwollend gegenüber seinem Nachbarn und ein Viertel vertritt eine negative Meinung.

Die Rechtsextremen in Polen haben wegen ihres Misstrauens gegenüber Deutschland Schlagzeilen gemacht. Unter der ehemaligen rechten PiS-Regierung wurden die deutsch-polnischen Regierungsgespräche ausgesetzt.

Auch das Thema der deutschen Verantwortung für die Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg hat die Beziehungen getrübt. Polens rechtsextremer Präsident Karol Nawrocki hat wiederholt Wiedergutmachungen gefordert, was sowohl Merz als auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abgelehnt haben.

Tusks Mitte-Links-Regierung hat zwar ihre Forderungen nach Wiedergutmachung eingestellt, erwartet aber immer noch eine Geste gegenüber den Überlebenden der Nazi-Besatzung.

Ein Foto eines Standes auf dem Bonner Weihnachtsmarkt, an dem kleine Holzfiguren verkauft werden, am 30. November 2025
Weihnachtsmärkte sind Ende November und Dezember ein fester Bestandteil deutscher Städte

Grüße aus der Nachrichtenredaktion in Bonn, wo die Weihnachtsmärkte in vollem Gange sind.

Die heutige Top-Story dürften die Regierungsgespräche zwischen deutschen und polnischen Ministern in Berlin sein, die vom deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem polnischen Premierminister Donald Tusk geleitet werden.

Und falls Sie es verpasst haben: Unsere Top-Storys aus Deutschland am Wochenende waren die Forderung des deutschen Landwirtschaftsministers Alois Rainer am Sonntag, den Schutz der Lebensmittelproduktion in künftige Übungen der Bundeswehr einzubeziehen, und massive Proteste gegen die neue Jugendorganisation der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) am Samstag.

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