Oberharzer Wasserwirtschaft - Oberharzer Wasserregal

Wasserkunst als Sehensw├╝rdigkeit im Harz

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 03.02.2014
Oberharzer Wasserwirtschaft und Stauseen sind eine Attraktion

Vielleicht mag sich der eine oder andere fragen, der noch nicht so mit der Geschichte des Harzes vertraut ist, was die Wasserwirtschaft mit einer Sehenswürdigkeit zu tun hat. Dazu ist es notwendig, etwas weiter auszuholen.

Die Entstehung der Oberharzer Wasserwirtschaft

Der Bergbau, insbesondere die Silbergewinnung, nahm bis in das 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle im Oberharz ein, durch die Silberförderung gelangte die Region zu großem Reichtum. Bereits im 16. Jahrhundert wurden erste Wassersysteme angelegt, die Wasser umleiten und speichern sollten, um damit Wasserräder anzutreiben, die Wasserkraft in Energie umwandelten. Zum einen war Energie notwendig, um Sickerwasser aus den Bergwerken zu befördern, andererseits wurde Energie zum Heben der Erze benötigt. Die Oberharzer Wasserwirtschaft bezeichnet ein intelligentes System aus Teichen, Gräben und Wasserläufen im niedersächsischen Harz, das angelegt wurde, um Wasserkraft für die Energiegewinnung nutzbar zu machen.

Gleichbedeutend mit der Oberharzer Wasserwirtschaft wird auch der Begriff Oberharzer Wasserregal für das Wassersystem verwendet. Als „Regal“ wurden im Mittelalter königliche Hoheitsrechte bezeichnet, die einer Region zugebilligt wurden. Der Oberharz erhielt sowohl das königliche Bergbauregal als auch das Wasserregal. Somit konnte im Oberharz mit königlicher Erlaubnis Bergbau betrieben werden, auch die vorhandenen Wasserquellen durften für die Schaffung von Wassersystemen genutzt werden.

Weltkulturerbe: die Oberharzer Wasserwirtschaft

Seit 2010 gehört die Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe und trägt die offizielle Bezeichnung „Kulturdenkmal Oberharzer Wasserregal“. Weltweit ist das Wassersystem in seiner Art einmalig. Insgesamt finden sich 107 Teiche, 31 Kilometer Wasserläufe sowie 310 Kilometer Gräben, von denen viele eine über 800-jährige Geschichte aufweisen. Die Anfänge des Oberharzer Wasserregals gehen auf die Zisterziensermönche zurück, die im 13. Jahrhundert die ersten Teiche und Wassergräben anlegten.

Wichtige Stationen, des über 200 Quadratkilometer langen Wassersystems sind die Anlagen in Buntenbock, Hahnenklee, Clausthal-Zellerfeld, Torfhaus, Schulenberg, Altenau, Sankt Andreasberg oder Wildemann. Über die eigens geschaffenen WasserWanderWege, die zum Teil den Nationalpark Harz durchlaufen, können sich Interessierte von der historischen Baukunst der technischen Anlagen aber auch von der einmaligen Landschaft überzeugen. An den dafür ausgewiesenen Teichen ist auch das Angeln möglich. Der richtige Ansprechpartner für Interessierte, die Touren planen möchten, ist die Tourist-Information Oberharz.

Foto: Clipdealer

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