Rammelsberg im Harz

Museum und Besucherbergwerk zeigt Bergbaugeschichte

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 21.09.2013
Grubenbahnhof in Rammelsberg

Zu den beliebten Touristenattraktionen im Harz zählt der Rammelsberg, genauer gesagt das Besucherbergwerk Rammelsberg, das eindrucksvoll die über 1.000-jährige Geschichte des Bergbaus dokumentiert.

Der Rammelsberg hat Bergbautradition

Der Rammelsberg mit einer Höhe von 635 m liegt im Landkreis Goslar in Niedersachsen, nahe der gleichnamigen Stadt Goslar. Wegen seiner bedeutenden Erzvorkommen war der Rammelsberg bis 1988 eine der wichtigsten Förderstätten des Bergbaus im Harz. Aufgrund archäologischer Forschungen besteht die Annahme, dass der Rammelsberg bereits im 3. Jahrhundert für den Abbau von Erz eine Rolle gespielt hat, möglicherweise sogar schon in der Bronzezeit. Schriftliche Aufzeichnungen belegen die Bergbautätigkeit ab dem Jahre 968. Nach den ersten Ausgrabungen auf dem Rammelsberg, die in den 1980er Jahren stattfanden, erregte der Berg Ende der 1990er-Jahre erneut Aufsehen durch einen Schuhfund aus dem Jahr 1024. Seit 2010 werden am Rammelsberg regelmäßig Ausgrabungen durchgeführt.

Bergbau am Rammelsberg hat Goslar reicht gemacht

Die Erzgewinnung am Rammelsberg hat sich mit einer Fördermenge von fast 30 Millionen Tonnen Erz in den vergangenen 1.000 Bergbau-Jahren als ungeheuer ergiebig und vielschichtig erwiesen. So wurden mineralhaltige Erze wie Schwefelerz, Grauerz, Banderz, Kupfererz oder Braunerz zu Tage gefördert, die als wichtige Rohstoffe für die Gewinnung von Kupfer, Zink, Silber und Blei dienten. Die Stadt Goslar erlebte durch den Bergbau einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und entwickelte sich zu einer wahren Gold- und Silbergrube. Durch den erlangten Reichtum avancierte Goslar im 11. und 12. Jh. zur könig-kaiserlichen Residenzstadt und zu einem Knotenpunkt für den Metallhandel in der Hanse.

Besucherbergwerk Rammelsberg ist Weltkulturerbe

Große Erweiterungen der Bergwerksanlage auf dem Rammelsberg erfolgten im Zweiten Weltkrieg, um die Förderung und Aufbereitung der Metallerze für die deutsche Rüstungswirtschaft voranzutreiben. 1988 wurde die Erzförderung endgültig eingestellt, da die Vorkommen erschöpft waren. Seit 1992 zählen die Anlagen über und unter Tage auf dem Rammelsberg zum UNESCO-Weltkulturerbe und bilden in ihrer Gesamtheit ein gigantisches Besucherbergwerk.

Das Erzbergwerk weist eine Vielzahl von Bergbaudenkmälern aus unterschiedlichen Zeitepochen auf, die unter fachkundiger Führung besichtigt werden können. Dazu zählen der Maltermeisterturm, als ältestes Bergbaugebäude über Tage aus dem 15. Jh., die Abraumhalden aus dem 10. Jh., das Feuergezäher Gewölbe, der Rathstiefste Stollen und der Roeder-Stollen mit historischen Wasserrädern. Die in den Kriegsjahren entstandenen Übertage-Anlagen der Architekten Schupp und Kremmer sowie die alten Halden aus dem 11. Jahrhundert sind weitere besondere Sehenswürdigkeiten auf dem Rammelsberg.

Ausflugsziel Rammelsberg

Besucher können nach Herzenslust in die aufregende Welt des Bergbaus ein- oder abtauchen. In den Übertage-Anlagen finden sich Museen, die anschaulich die geologische und kulturelle Geschichte des Rammelsberges dokumentieren. Führungen durch den Roederstollen mit Grubenbahnfahrten oder das Erlebnis Erz-Aufbereitung werden täglich angeboten. Ein besonderes Highlight ist das Tscherper-Mahl im Rathstiefste-Stollen, der mit ungeahntem Farbenzauber auf die abenteuerlustigen Gäste wartet. Kombinieren lässt sich ein Ausflug zum Rammelsberg mit dem Besuch der Kaiserpfalz in Goslar.

Foto: Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg Goslar GmbH

Video: 
Tourismusregion: 
Orte: