Walpurgisnacht: Hexen tanzen im Harz

Riesiger Besucherandrang erwartet

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 30.04.2012
Walpurgisnacht im Harz


Heute, am 30. April 2012 ist in ganz Niedersachsen der traditionelle Tanz in den Mai. Wo anderenorts Maibäume aufgestellt werden, die Nacht feuchtfröhlich gefeiert wird und am nächsten Morgen Musikkapellen zum Wecken durch die Orte marschieren, ist es im Harz anders. Überall schlüpfen dunkle Gestalten aus dem Schatten, tanzen um ein großes Feuer und beschwören Dämonen. Denn im Harz wird die Walpurgisnacht gefeiert.

Die Walpurgisnacht ist im Harz zu einem regelrechten Volksfest herangewachsen, bei dem der sprichwörtliche Teufel los ist. Überall gibt es große Veranstaltungen mit Musik, Kleinkunst und Umzügen. Im Mittelpunkt stehen die Hexen und Teufel, die mit passenden Verkleidungen karnevalistische Züge in die Feiern bringen, dabei aber bei allem Spaß eine finstere Atmosphäre verbreiten. Mit Spitzhüten, Hexennasen, Besen und anderen Accessoires zeigen sich die Hexen von ihrer perfekt kostümierten Seite. Vielerorts bestimmen sie die Abläufe der Veranstaltung und sorgen für ein riesiges Interesse bei den Besuchern.

Kurzentschlossene, die zu Teufelsritt und Hexentanz in den Westharz fahren wollen, finden in fast allen Orten eine große Veranstaltung zur Walpurgisnacht. Besondere Tipps sind St. Andreasberg, Bad Grund und Hahnenklee, wo besonders beliebte Feiern stattfinden. Die Veranstalter erwarten dank des schönen Wetters einen großen Besucherandrang.

Die Walpurgisnacht hat ihre Wurzeln in Frühlingsfesten der alten Germanen. Schon um 1.000 vor Christus wurde das bei den Kelten als Beltane bekannte Fest begangen. Über die Jahrhunderte entwickelten sich im Harz daraus das Walpurgisfest und die Walpurgisnacht. Der Name geht dabei auf eine Kloster-Äbtissin aus dem Harz zurück, die als Schutzpatronin gegen böse Geister gilt. Somit ist auch klar, dass die überregional gefeierte Walpurgisnacht eine „Erfindung“ aus dem Harz ist. Die Kirche hatte die Heiligsprechung der Äbtin Walpurga zum Anlass genommen, dem heidnischen Fest ein kirchliches Antlitz zu geben.

 

Foto: Harzer Tourismusverband

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