Infos zur Durchfallerkrankung EHEC

Mit blutigem Stuhl sofort zum Arzt

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 25.05.2011
Die Durchfallerkrankung EHEC grassiert in Niedersachsen

Derzeit grassiert die Durchfallerkrankung EHEC in Norddeutschland. Besonders in Hamburg und Teilen von Niedersachsen sind Menschen betroffen. Anders als bei normalem Durchfall kann EHEC auch von Blut im Stuhl begleitet sein. Dann muss der Patient sofort zum Arzt gehen, um Hilfe zu bekommen und einen komplizierten Verlauf zu verhindern. Da zu dieser Krankheit viele Dinge unklar sind und zum Teil falsche Meldungen im Umlauf sind, hat das Sozialministerium von Niedersachsen heute Informationen zu EHEC veröffentlicht.

Ernste Lage, keine regionalen Schwerpunkte

Einen regionalen Schwerpunkt kann man laut Ministerium nicht ausmachen. Die EHEC-F√§lle verteilen sich √ľber verschiedene Landkreise und St√§dte. Nach aktuellem Stand sind 131 Verdachtsf√§lle mit blutigem Durchfall in Niedersachsen bekannt. Darunter befinden sich 28 F√§lle bzw. Verdachtsf√§lle, die mit schweren Komplikationen einhergehen. Dass die Landesregierung die Erkrankungswelle von EHEC ernst nimmt, zeigt die Aufforderung an die Gesundheits√§mter alle F√§lle im Rahmen des Meldeverfahrens nach dem Infektionsschutzgesetz mitzuteilen.

Hygiene ist besonders wichtig

Menschen, die den Verdacht haben, an EHEC erkrankt zu sein, sind aufgerufen, sich unmittelbar in √§rztliche Behandlung zu begeben. Es wird vermutet, dass der Gro√üteil der EHEC-Infektionen bisher √ľber verschmutztes Gem√ľse oder Fleisch √ľbertragen wird. Allerdings sind die Infektionsquelle und die √úbertragungswege noch nicht abschlie√üend ermittelt. Aus diesem Grund ist es ratsam, die √ľblichen Hygienegebote einzuhalten. Nach aktuellem Stand gilt insbesondere die Empfehlung, bei der Zubereitung von Gem√ľse auf gute K√ľchenhygiene zu achten sowie Bretter und Messer gr√ľndlich zu reinigen. Eine √úbertragung von Mensch zu Mensch ist m√∂glich, jedoch nicht √ľber eine Tr√∂pfcheninfektion wie bei einer Grippe, sondern durch direkten K√∂rperkontakt. Dabei werden unbeabsichtigt F√§kalspuren √ľbertragen. Die Inkubationszeit von EHEC betr√§gt etwa zwei bis zehn Tagen, in der Regel liegt sie bei drei bis vier Tagen.

EHEC Symptome

EHEC tritt als w√§ssriger und meistens unblutiger Durchfall auf und geht mit √úbelkeit, Erbrechen und seltener Fieber einher. In einigen F√§llen kann es zu krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber kommen. In diesen F√§llen einer EHEC-Infektion droht ein Verlauf mit dem h√§molytisch-ur√§mischen Syndrom (HUS). Diese Komplikation tritt bei bis zu zehn Prozent der EHEC-F√§lle auf. Das HUS ist der h√§ufigste Grund f√ľr akutes Nierenversagen im Kindesalter und kann auch f√ľr Erwachsene eine kurzzeitigen Dialysepflicht und in seltenen F√§llen Nierenfunktionsverlust f√ľhren. Die Sterblichkeitsrate beim akuten h√§molytisch-ur√§mischen Syndrom liegt bei zwei Prozent. Wer Durchfall mit Blut im Stuhl hat, soll daher dringend den Arzt aufsuchen, um eine Erkrankung mit EHEC und HUS abzukl√§ren.

Foto: Clipdealer

Rubrik Familie: