Der deutsche Außenminister Johann Wadephul betonte zu Beginn seines zweitägigen Besuchs in China am Montag die Bedeutung eines fairen und regelbasierten Handels.
„Wir sind für den freien Welthandel. Wir sind für den Abbau von Handelshemmnissen“, sagte Wadephul in Peking bei Gesprächen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao.
Der Außenminister sagte, China sei Deutschlands wichtigster Handelspartner und Berlin beabsichtige, die Partnerschaft auszubauen. Ziel der Reise sei es, herauszufinden, „wo wir unsere Wirtschaftsbeziehungen stärken können, aber auch herauszufinden, wo Hindernisse bestehen“, sagte er.

Die Reise findet sechs Wochen statt, nachdem Wadephul gezwungen war, seinen ursprünglich geplanten Besuch zu verschieben, da Peking angesichts der Spannungen um Taiwan keine Treffen mit wichtigen Führungspersönlichkeiten bestätigt hatte. Einige Beobachter sprachen von einem diplomatischen Skandal, zumal Wadephul mit der Reise unter anderem den Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in China vorbereiten wollte.
Darüber hinaus hatte Wadephul wiederholt und öffentlich Chinas „zunehmend aggressives Verhalten“ in der Taiwanstraße sowie im Ost- und Südchinesischen Meer angeprangert.
Was steht auf Wadephuls Agenda?
Nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister ist ein Treffen des deutschen Spitzendiplomaten mit dem chinesischen Vizepräsidenten Han Zheng und Außenminister Wang Yi geplant.
Bei dem Treffen mit Wang wird Wadephul voraussichtlich auf Chinas Beschränkungen für den Export seltener Erden eingehen, die für Automobil-, Technologie- und Verteidigungshersteller von entscheidender Bedeutung sind.
Er wird wahrscheinlich auch die Unterstützung Chinas für Russland im Krieg in der Ukraine ansprechen, insbesondere beim Kauf von russischem Öl, trotz der formellen neutralen Haltung Pekings. Deutschland selbst hat im Jahr 2022 große Gasimporte aus Russland gestoppt.
Herausgegeben von: Dmytro Hubenko
