Deutschland habe im Jahr 2025 bisher über 1.000 verdächtige Drohnenflüge registriert, sagte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA) der Deutschen Zeitung Bild in am Sonntag veröffentlichten Kommentaren.
BKA-Chef Holger Münch sagte, die Drohnensichtungen stellten eine „erhebliche Gefahrenlage“ dar.
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte im Oktober, die Bundesregierung gehe davon aus, dass Russland hinter vielen Drohnensichtungen über deutschem Territorium stecke.
Münch erzählte Bild Es könne nicht mit „100-prozentiger Sicherheit“ davon ausgegangen werden, dass alle verdächtigen Drohnen von Russland gesteuert würden. Allerdings vermutet er, dass die Drohnen von einem staatlichen Akteur gesteuert werden, der darauf abzielt, in Deutschland Unsicherheit zu säen.
Drohnen an den Flughäfen Berlin und München gesichtet
Drohnensichtungen führten in diesem Jahr zu Störungen auf deutschen Flughäfen, zu Flugausfällen und zu Kopfschmerzen bei Reisenden.
Der Flughafen München beispielsweise stellte am 3. Oktober den Flugsicherungsbetrieb ein, da dort das weltberühmte Oktoberfest stattfand. Auch der Flughafen Berlin Brandenburg musste im November wegen unbekannter Drohnensichtungen den Betrieb für fast zwei Stunden einstellen.
Auch über deutschen Militäranlagen werden teilweise Drohnen gesichtet.
Deutsche Nachrichtenagentur Der Spiegel berichtete, dass am 13. Oktober vier Drohnen auf einem deutschen Militärstützpunkt in der nordöstlichen Stadt Gnoien nahe der Großstadt Rostock gesichtet wurden. Dem Bericht zufolge wurden zum Zeitpunkt des Vorfalls ukrainische Soldaten auf dem Stützpunkt Gnoien ausgebildet.
Deutsche Behörden streben eine wirksamere Drohnenreaktion an
Die deutschen Behörden versuchen nun, die unbemannten Luftfahrzeuge effektiver und schneller zu bekämpfen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat am Mittwoch in Berlin das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eröffnet, das die Kompetenzen von Bund und Ländern zur Drohnenabwehr koordinieren soll.
„Das gemeinsame Drohnenabwehrzentrum ist rund um die Uhr im Einsatz und soll schnell und koordiniert auf Sicherheitsbedrohungen reagieren“, heißt es in einer Erklärung der Bundesregierung. „Es bündelt die technische Expertise von Bund und Ländern und schafft so einen robusten Rahmen für laufende Kommunikation, gemeinsame Lagebeurteilungen und koordiniertes Vorgehen in der Drohnenabwehr.“
Dobrindt hat außerdem eine Drohnenabwehreinheit beauftragt, Flughäfen und andere Standorte bei Drohnenvorfällen zu unterstützen.
Auch die Bundeswehr hat spezielle Flugabwehrpanzer bestellt, die bei der Bekämpfung von Drohnenschwärmen wirksam sind.
Herausgegeben von: Sean Sinico
