Hannover Messe: Chance E-Mobility

Massenhaft fehlen Elektroingenieure

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 23.04.2010
Elektromobilität

Im Rahmen der Hannover Messe, einer der weltweit wichtigsten Technologieschauen, hat der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) darauf hingewiesen, dass zu wenig Elektroingenieure ausgebildet werden. Der Verband bef√ľrchtet, dass der Fachkr√§ftemangel zu einer wahren Innovationsbremse werden k√∂nnte. Insbesondere seien die Hochschulen zu wenig auf sogenannte E-Mobility vorbereitet, worunter Elektroautos fallen.

Heute hat der VDE in Hannover auf der Messe zentrale Ergebnisse des VDE-Trendreports "Elektro- und Informationstechnik 2010" vorgestellt, wonach neun von zehn Unternehmen in der Elektro- und IT-Industrie glauben, dass der Trend zu E-Mobility den Bedarf an Elektroingenieuren weiter erh√∂hen wird. Zugleich erwarten 84 Prozent der Mitglieder des VDE, zuk√ľnftig nicht mehr eine ausreichende Anzahl qualifizierter Fachkr√§ften finden zu k√∂nnen. An der Umfrage nahmen 1.300 Mitgliedsunternehmen teil.

Nach Auffassung des VDE bietet der Bereich Elektromobilit√§t dem Wirtschaftsstandort Deutschland gro√üe Chancen. Zwei Drittel der VDE-Mitglieder trauen der Bundesrepublik hier sogar bis 2020 den Sprung an die Weltspitze zu. VDE-Pr√§sident Dr. Joachim Schneider sagte dazu: ‚ÄěDas Elektroauto ist auch ein Elektroprodukt. Um ganz vorne mitzuspielen, brauchen wir deshalb ausreichend ausgebildete Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik." Doch Fachkr√§fte sind Mangelware. Schon jetzt sehen die VDE-Unternehmen neben unzureichenden gesetzlichen Rahmenbedingungen hierin das gr√∂√üte Problem f√ľr die Branche und ein riesiges Innovationshemmnis. Auf der aktuellen Hannover Messe wird deutlich, dass die Ingenieursbelegschaft zunehmend √§lter wird. Es r√ľcken einfach nicht genug Nachwuchskr√§fte nach. Einer der Gr√ľnde ist, dass nach Ansicht der Betriebe die Hochschulen auf die Herausforderungen des Technologiefelds E-Mobility nicht ausreichend vorbereitet sind.

E-Mobility r√ľckt auch bei Autobauern immer mehr in den Vordergrund. Heute hat der Volkswagenkonzern seine E-Mobility-Strategie f√ľr China bekannt gegeben. Schon Anfang M√§rz hatte das Wolfsburger Unternehmen bereits f√ľr den europ√§ischen Markt einen deutlichen Ausbau der Modelle mit Hybridantrieb angek√ľndigt. Bis 2018 wollen die Wolfsburger nichts anderes als die Marktf√ľhrerschaft mit ihren Modellen.

Profitieren wird vom Ausbau der Elektromobilit√§t nach den Ergebnissen der VDE-Umfrage aber nicht nur die Automobiltechnik, sondern auch die Energietechnik. Die Umstellung auf Elektroautos k√∂nnte demnach auch zur aufkommensabh√§ngigen Speicherung von Windenergie beitragen. Um das riesige Potenzial der E-Mobility auszusch√∂pfen, m√ľssen aber die Innovationskraft des Mittelstandes mobilisiert und die Automobil-, Elektro- und Informationstechnik in einem neuen, branchen√ľbergreifenden Systemdenken zusammengef√ľhrt werden. Als ersten wichtigen Schritt schl√§gt der VDE dazu die Erstellung einer ‚ÄěRoadmap f√ľr Standards und Normen‚Äú vor. Zus√§tzlich m√ľsse ein Schwerpunkt auf die Fortbildung gelegt werden. Das gelte sowohl im akademischen Bereich als auch im Bereich der Elektro- und KFZ-Fachkr√§fte.

 

Foto: Deutsche Messe Hannover

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