Merkel weist „absurde“ Spekulationen über eine deutsche Präsidentschaftskandidatur zurück

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss jede Bewerbung um das Amt der nächsten deutschen Bundespräsidentin aus, teilte ihr Büro am Donnerstag mit und wies Spekulationen über eine mögliche Nominierung für das Amt zurück.

Die Bemerkungen kamen, als die politischen Parteien damit begannen, mögliche Kandidaten abzuwägen, bevor im nächsten Jahr ein Nachfolger für den amtierenden Präsidenten Frank-Walter Steinmeier gewählt wird.

Was sagte Merkels Büro?

„Das ist absurd“, sagte ein Sprecher des Altkanzleramtes auf Anfrage des Bundeskanzleramtes Tagesspiegel Zeitung.

Zwar wird immer wieder gefordert, dass eine Frau das Staatsoberhaupt Deutschlands werden soll, doch bisher hat noch keine ehemalige Bundeskanzlerin nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung das Amt des Präsidenten übernommen.

Seit ihrem Rücktritt beschäftigt sich Merkel hauptsächlich mit einem Mix aus Privatleben, punktuellen öffentlichen Auftritten und einigen Großprojekten. Sie hat sich weitgehend aus der Tagespolitik zurückgezogen. Anders als manche Vorgänger äußert sie sich nicht regelmäßig zu Regierungsentscheidungen oder Parteistreitigkeiten.

Eine ihrer größten Postaktivitäten war das Schreiben ihrer Autobiografie mit dem Titel „Freiheit“.

Warum kam es zu den Spekulationen?

Der Massenmarkt Bild Die Zeitung berichtete, dass es innerhalb der konservativen Christdemokraten, die Merkel einst anführte, Gerüchte gab, dass die Grünen Merkel für die weitgehend zeremonielle Rolle vorschlagen könnten.

Der Bericht deutete darauf hin, dass die Idee im Rahmen umfassenderer Manöver über das nächste Staatsoberhaupt diskutiert wurde.

Merkels Büro reagierte, nachdem sich die Medienberichterstattung verschärft hatte.

Was haben die Grünen gesagt?

Die Grünen dementierten jegliche Pläne, Merkel in den Vordergrund zu rücken. Das sagte die Co-Fraktionsvorsitzende Britta Hasselmann Rheinische Post„Da ist nichts dran.“

„Was die Wahl des Bundespräsidenten angeht, ist in unserer Partei zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts besprochen oder entschieden“, sagte sie.

Wie wird der deutsche Präsident gewählt?

Der Bundespräsident Deutschlands wird von der Bundesversammlung gewählt, einer Versammlung aller Mitglieder des deutschen Unterhauses, des Bundestages, und einer gleichen Anzahl von Delegierten, die von den Landesparlamenten gewählt werden. Die einzige Aufgabe des Bundeskonvents besteht darin, den Bundespräsidenten zu wählen.

Kandidaten werden in der Regel von einer oder mehreren Parteien nominiert, führen jedoch im Allgemeinen keinen Wahlkampf durch. Jedes Mitglied des Bundeskonvents kann auch Kandidaten für das Präsidentenamt vorschlagen.

Die Rolle des deutschen Präsidenten ist weitgehend zeremoniell, das Amt verfügt jedoch über moralische Autorität und vertritt das Land international.

Präsident Frank-Walter Steinmeier wird sein Amt niederlegen, wenn seine zweite Amtszeit am 18. März 2027 endet. Nach der deutschen Verfassung kann er nicht erneut kandidieren.

Innerhalb des konservativen Blocks, zu dem auch die Christlich-Soziale Union Bayerns gehört, wird auch Bildungsministerin Karin Prien als mögliche Kandidatin genannt.

Herausgegeben von: Sean Sinico

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