Nachrichten aus Deutschland: Drei wegen von Russland unterstütztem Spionagekomplott vor Gericht

von Otto Hofmann
3 Minuten Lesedauer

Ein deutsches Gericht hat den Prozess gegen drei Männer eröffnet, denen vorgeworfen wird, dem russischen Geheimdienst dabei geholfen zu haben, einen ehemaligen ukrainischen Soldaten aufzuspüren, was nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Vorbereitung eines Attentats war.

Die Verdächtigen – ein Armenier, ein Ukrainer und ein Russe – versuchten angeblich letztes Jahr, den Mann in ein Frankfurter Café zu locken, doch er alarmierte stattdessen die Polizei.

Beamte verhafteten das Trio später und fanden Bargeld, gefälschte Pässe und GPS-Tracker in ihrem Auto. Staatsanwälte gehen davon aus, dass die Operation Teil umfassenderer russischer Geheimdienstmissionen in Deutschland gewesen sein könnte.

Unabhängig davon wurde in Hamburg ein Gerichtstermin für den Prozess gegen den mutmaßlichen Online-Täter namens „Weißer Tiger“ festgelegt, der Minderjährige im Internet zur Selbstverletzung gezwungen haben soll.

Hier sind die neuesten Schlagzeilen aus Deutschland vom Dienstag, 9. Dezember:

In Deutschland stehen drei Männer vor Gericht, denen vorgeworfen wird, im Auftrag des russischen Geheimdienstes einen ehemaligen ukrainischen Soldaten aufgespürt zu haben, was nach Ansicht der Staatsanwaltschaft möglicherweise der Vorbereitung eines Attentats diente.

Die Staatsanwälte behaupten, dass der Rädelsführer, ein Armenier namens Vardges I., im vergangenen Jahr einen Ukrainer, Robert A., und einen Russen, Arman S., rekrutiert hatte, um den ehemaligen Soldaten in ein Frankfurter Café zu locken. Das mutmaßliche Ziel wurde misstrauisch und alarmierte die Polizei.

Die Staatsanwälte sagten, die Operation „diente vermutlich der Vorbereitung weiterer Geheimdienstmissionen in Deutschland, möglicherweise einschließlich der Tötung des Ziels“. Deutsche Medien berichteten, dass der ehemalige ukrainische Soldat glaubte, er stünde auf einer russischen „Todesliste“, nachdem Moskau ihm Kriegsverbrechen, darunter die Hinrichtung russischer Truppen, vorgeworfen hatte.

Als das beabsichtigte Ziel nicht in dem von der Polizei überwachten Café erschien, fuhren die drei Männer davon, wurden jedoch von Polizeikommandos angehalten und festgenommen. Laut der Süddeutsche Zeitung In einer Zeitung fanden die Beamten Bargeld, mehrere Reisepässe – sowohl echte als auch gefälschte – und GPS-Ortungsgeräte in ihrem Fahrzeug. Alle drei Verdächtigen bleiben in Untersuchungshaft.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Online-Täter „Weißer Tiger“ beginnt am 9. Januar, nachdem das Hamburger Landgericht die Anklage gegen den 21-Jährigen zugelassen hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord und fünffach versuchten Mord vor. Ihm wird vorgeworfen, gefährdete Jugendliche online dazu genötigt zu haben, sich selbst zu verletzen; In einem Fall soll ein 13-Jähriger durch Selbstmord gestorben sein.

Insgesamt listen die Staatsanwälte 204 Straftaten auf, die begangen worden sein sollen, als der Angeklagte minderjährig oder junger Erwachsener war, darunter mehr als 30 Opfer im Kindes- und Jugendalter.

Um dem Wunsch des Angeklagten nach mehr anschaulichen Inhalten nachzukommen, sollen die Kinder dazu manipuliert worden sein, sich in Live-Gruppenchats schwer zu verletzen oder sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen.

Die mutmaßlichen Straftaten ereigneten sich zwischen Januar 2021 und September 2023. In einem Fall sagen die Staatsanwälte, der Verdächtige habe über einen anderen Minderjährigen einen 13-Jährigen beeinflusst, bis sich der Junge während eines Livestreams das Leben nahm. Weitere Fälle betreffen Selbstmordversuche.

Anfang Oktober nahmen Ermittler einen weiteren Tatverdächtigen in Baden-Württemberg fest. Dem 16-Jährigen wird vorgeworfen, einer Splittergruppe des Online-Netzwerks „764“ anzugehören, das nach Angaben der Polizei Opfer psychisch manipulieren und unter Druck setzen wollte, sich selbst zu verletzen.

Die Jugendkammer hat bis Ende 2026 82 nichtöffentliche Verhandlungen angesetzt.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich möglicherweise um die Vorbereitung eines Attentats.

Sie behaupten, ein Armenier habe einen ukrainischen und einen russischen Komplizen angeworben, um die Zielperson in ein Frankfurter Café zu locken.

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