Nachrichten aus Deutschland: Merz‘ Rentenprobleme bedrohen die Koalition

von Otto Hofmann
3 Minuten Lesedauer

SPD-Chefin Bärbel Bas warnt davor, dass die Lage „unruhig“ werde, sollte das Parlament kein Rentenreformpaket verabschieden.

Arbeitsminister Bas sagt, es habe bereits eine Einigung über sechs Kernelemente des Rentenpakets gegeben.

Nachfolgend finden Sie Schlagzeilen und Analysen zu Themen aus und über Deutschland am Mittwoch, 19. November:

Rund 1.300 deutsche Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern haben Zehntausende Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, sodass Deutschland zwischen 2021 und 2023 rund 71.100 Arbeitsplätze verloren hat, wie das Statistikamt Destatis des Landes mitteilte.

Destatis sagte jedoch, dass im gleichen Zeitraum 20.300 neue Arbeitsplätze im Land entstanden seien, „unter anderem durch Umschichtungen in andere Unternehmensfunktionen oder Neueinstellungen aufgrund von Kosteneinsparungen“.

Insgesamt habe dies zu einem Nettoverlust von rund 50.800 Arbeitsplätzen geführt, der sich insbesondere auf die Güterproduktion betreffe, teilte Destatis mit.

Niedrigere Lohnkosten waren für 74 % der Unternehmen der ausschlaggebende Faktor, 62 % gaben an, dass es sich um eine strategische Entscheidung handelte.

Die Mehrheit der Unternehmen, nämlich 900 der befragten Unternehmen, verlagerten ihren Sitz innerhalb der Europäischen Union, während 700 Unternehmen ihren Standort über die EU-Grenzen hinaus verlegten.

Vor einem Jahrzehnt öffnete Deutschland seine Grenzen für Menschen, die vor dem syrischen Bürgerkrieg flohen. Nun sagt Bundeskanzler Merz, Syrien sei sicher genug für die Rückkehr der Menschen. Doch viele zögern, das Land zu verlassen, das sie ihre Heimat nennen.

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Der Streit wurde als eine Frage der „Generationengerechtigkeit“ dargestellt, da Deutschland Schwierigkeiten hat, für seine alternde Bevölkerung aufzukommen.

Inwieweit steuert das deutsche Rentensystem auf eine Krise zu und wo bleibt die Koalitionsregierung?

Jens Thurau von der DW wirft einen genaueren Blick in diesen Artikel, den Sie hier lesen können.

Die stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und Arbeitsministerin Bärbel Bas warnte davor, dass es in der Koalitionsregierung des Landes zu Unruhen kommen werde, wenn das Parlament im Dezember kein Rentenreformpaket verabschieden würde.

Kernpunkt ist ein garantiertes Rentenniveau von 48 % des Durchschnittseinkommens bis 2031, an dem die SPD festhält.

Bas wurde auf einer Wirtschaftskonferenz in Berlin befragt, ob sie mögliche Änderungen des Gesetzentwurfs in seiner jetzigen Form vorhersehe.

„Nein, es ist fest vereinbart.“

Bas lehnte auch alle möglichen Änderungen des Gesetzentwurfs ab, als dieser den parlamentarischen Prozess durchlief, und argumentierte, dass es bereits eine „feste Einigung“ mit der konservativen CDU/CSU-Fraktion über sechs Schlüsselelemente des Rentenpakets gegeben habe.

„Wenn jemand die Koalition gefährdet, dann ist es die CDU/CSU“, sagte sie und verwies auf die führenden Koalitionspartner, die Christdemokraten und ihre bayerische Schwesterpartei, die Christlich-Soziale Union.

Zur geplanten Parlamentsabstimmung im Dezember sagte Bas: „Wenn das jetzt nicht gelingt, dann wird es bei uns überhaupt keine Reform geben.“

„Wenn diese Abstimmung jetzt keinen Erfolg hat, wird es Unruhe geben“, fügte sie hinzu. „Es ist bereits ungeklärt. Machen wir uns nichts vor.“

Auf die Befürchtungen, dass der Rentenstreit zum Zusammenbruch seiner Regierung führen könnte, reagierte Bundeskanzler Friedrich Merz mit seinem Auftritt bei der gleichen Veranstaltung des Bundes Süddeutsche Zeitung am Montag.

„So etwas kommt aus meiner Sicht nicht in Frage“, sagte die Kanzlerin und fragte: „Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass wir in diesem Deutschen Bundestag mit wechselnden Mehrheiten arbeiten und trotzdem vernünftige Gesetzgebungsarbeit leisten können?“

Guten Morgen aus der Nachrichtenredaktion hier im kühlen Bonn.

Heute schauen wir uns an, wie das deutsche Rentensystem die Regierungskoalition des Landes auf die Probe zu stellen scheint.

Im Mittelpunkt des Problems steht eine Vereinbarung zwischen Konservativen und der Mitte-Links-Partei, die Renten bis 2031 auf dem aktuellen Niveau von 48 % des Einkommens eines Durchschnittsverdieners zu belassen.

Die Regierung hat in den letzten Wochen einen Gesetzesvorschlag für das Rentensystem vorgelegt und will ihn im Dezember im Parlament verabschieden.

Allerdings hat die Junge Union, die Jugendorganisation der CDU/CSU, junge konservative Abgeordnete dazu aufgerufen, dem Rentenpaket in seiner jetzigen Form nicht zuzustimmen, da es zu teuer sei.

Am Mittwoch, den 19. November, bringen wir Ihnen Neuigkeiten und Analysen sowie die wichtigsten Diskussionsthemen in Deutschland.

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