Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, Klimaschutzpolitik dürfe den wirtschaftlichen und industriellen Fortschritt nicht behindern.
„Wir wollen zur Eindämmung des Klimawandels beitragen und Deutschland wird große Anstrengungen unternehmen, um ihn zu bekämpfen“, sagte er am Mittwoch auf der internationalen Konferenz des Petersberger Klimadialogs (PCD) in Berlin.
Er bestand jedoch auf einer „multilateralen, ehrgeizigen und wirksamen“ Klimapolitik, um die öffentliche Unterstützung zu erhalten und das Wirtschaftswachstum zu fördern.
„Eine Transformation, die zur Deindustrialisierung führt, wird von der Öffentlichkeit nicht akzeptiert und wird letztendlich Innovationen behindern“, sagte er. „Dennoch bleiben wir weiterhin ein wichtiger Förderer des öffentlichen Klimaschutzes.“
Seit 2010 ist Deutschland zusätzlich zu den UN-Klimakonferenzen Gastgeber des Petersberger Klimadialogs. Ursprünglich fand das Treffen in Petersberg bei Bonn statt, mittlerweile findet es regelmäßig in Berlin statt.

Saubere Energie als Wachstumstreiber
Die deutsche Bundeskanzlerin betonte auch das Potenzial für wirtschaftliches Wachstum, das Investitionen in saubere Energie bieten: Der Weltmarkt für grüne Technologien werde sich bis 2035 auf rund 2 Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro) nahezu verdreifachen.
„Saubere Energie ist zum Wachstumstreiber geworden“, sagte Merz. „In Deutschland ist der Cleantech-Sektor seit 2010 um 50 % schneller gewachsen als die Gesamtwirtschaft.“
Auch CDU-Chef Merz sprach sich für den Emissionshandel aus, da dieser „marktwirtschaftlich und technologieneutral“ sei.
Allerdings sei eine Aktualisierung der Regeln des Emissionshandelssystems (ETS) der Europäischen Union „mit einem klaren Fokus auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit“ erforderlich, um das System „zukunftsfähig zu machen“, fügte Merz hinzu.
Das 2005 eingeführte ETS sollte den Klimawandel bekämpfen. Das System begrenzt die Treibhausgasemissionen und schafft einen Markt für Unternehmen für den Handel mit Zertifikaten, sodass starke Umweltverschmutzer Zertifikate erwerben müssen.
Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Während Merz darauf bestand, dass das Land seine Ziele erreichen werde, kritisierten Umweltverbände seine Regierung dafür, dass sie die grüne Politik zurückgenommen habe.
Seine Koalitionsregierung fordert eine Lockerung des EU-Verbots für Verbrennungsmotoren und drängt auf den Bau von Gaskraftwerken.
Herausgegeben von: Karl Sexton
