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Flüsse und Seen Rubrik Region

Oderteich/Odersee

Talsperre im Harz

Im Ortsdreieck Braunlage – St. Andreasberg – Altenau, im Nationalpark Harz, verläuft der Oderteich. Die älteste Talsperre Deutschlands ist Teil des Oberharzer Wasserregals, das seit 2010 zusammen mit der Altstadt von Goslar und dem Bergwerk Rammelsberg zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Bis Ende des 19. Jahrhunderts galt der Oderteich im Landkreis Goslar zudem als größte deutsche Talsperre.

Daten und Fakten zum Oderteich

Durch den Oderteich wird das Wasser der Oder aufgestaut. Die Oder mit einer Länge von etwa 56 Kilometer durchfließt die niedersächsischen Landkreise Goslar, Göttingen und Northeim. Der Oderteich nimmt auch Wasser des Oder-Zulaufs Rotenbeek auf.

Die Fläche des Oderteichs beträgt 30 Hektar. 1,688 Millionen Kubikmeter Wasser können im Stausee gespeichert werden. Der Gesamtstauraum liegt bei 1,83 Millionen Kubikmeter. Das Einzugsgebiet des Oderteichs beläuft sich auf 12,2 Kilometer. Der Staudamm, der sich ca. 7 Kilometer nordwestlich von Braunlage befindet, hat eine Kronenlänge von 153 Metern, eine Kronenbreite von 16 Metern und ist 17 Meter hoch. Das Wasser aus den Hochmoorgebieten weist ein eher saures Milieu auf, was auch erklärt, warum der Oderteich fischlos ist und eine leicht braune Färbung aufweist. Über den Damm ist die B242 angelegt, die zur parallel verlaufenden B4 führt. Betreiber des Oderteichs sind die Harzwasserwerke.

Entstehungsgeschichte und besondere Konstruktion des Oderteichs

Die Errichtung des Oderteichs erfolgte in den Jahren 1715 bis 1722 durch Bergleute aus St. Andreasberg. Durch den Stausee mit Stauwerk konnten über den Rehberger Graben auch in Trockenzeiten die Wasserräder der Silbergruben mit Aufschlagwasser versorgt werden. Die Speicherkapazität erlaubte eine durchgängige Wasserversorgung über einen Zeitraum von drei Monaten. Immer noch werden mit dem Wasser des Oderteichs zahlreiche Wasserkraftwerke in St. Andreasberg sowie im Sperrluttertal und der Grube Samson betrieben.

Im Gegensatz zu den anderen Stauwerken des Oberharzer Wasserregals weist der Staudamm des Oderteichs eine abweichende und dauerhaft angelegte Konstruktion auf, die durch ihre massive Bauweise wohl eine Kombination aus Staudamm und Staumauer darstellt. Während andere Stauwerke einen Stützkörper aus Steinen und Erdreich besitzen, der mit Rasen verdichtet ist, besteht dieser beim Oderteich aus riesigen Granitsteinen und Granitsand. Das mörtellose Zyklopenmauerwerk aus Granitquadern verfügt über eine wasserundurchlässige Kerndichtung aus festgestampftem Granitsand. Auch in der Höhe und hinsichtlich des Stauvolumens weicht der Oderteich deutlich von den übrigen Stauwerken, die zum Oberharzer Wasserregal gehören, ab.

Die große Ausflut der Talsperre am östlichen Dammende ist mit Granitstelen besetzt, die überschüssiges Wasser über 80 Meter in die Tiefe hinab leiten, um ein Überströmen der Dammkrone zu verhindern. Die sogenannte Schussstrecke ist in den massiven Fels gehauen und bietet bei Hochwasser ein wasserfallähnliches Schauspiel.

Heutige Nutzung des Oderteichs

Der Oderteich gilt als bedeutende Sehenswürdigkeit des Oberharzer Wasserregals, auch und gerade deshalb, weil er noch nahezu im Originalzustand erhalten ist. Bis zum Ende des Bergbaus wurde das gespeicherte Wasser zum Betrieb der Wasserräder genutzt. Danach stand die Trinkwasserversorgung im Vordergrund.

Der heutige Nutzungszweck besteht in der Gewinnung von Elektroenergie. Das Sperrwerk ist Kulturgut. Der Oderteich hat sich in die umgebende Natur integriert und dient als Naherholungsgebiet für Wanderer und Spaziergänger, die das Kulturgut auf einem vier Kilometer langen Rundweg mit teils hochmoorähnlichen Flächen ausgiebig erkunden können.

Weiterhin wurde von den Harzwasserwerken ein „WasserWanderWeg“ angelegt, der alle wichtigen Stationen inklusive Bauwerken des Oderteichs umfasst und mit Infotafeln ausgestattet wurde. Baden ist an den ausgewiesenen Stellen am Ost- und Westufer gestattet. Der nördliche Teil des Stausees bleibt der Natur vorbehalten.

Forto: Clipdealer

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