In Deutschland läuft derzeit ein neuer Auto-Emissionstest, der die jahrelange „Dieselgate“-Saga fortsetzt, bei der festgestellt wurde, dass Millionen von Automobilen des Volkswagen-Konzerns – darunter VW, Audi und Porsche – auf eine Weise getestet wurden, bei der ihre tatsächlichen Emissionen verschleiert wurden.
In dem Prozess, der im Februar in München begann, werden zwei ehemalige Vorsitzende des Entwicklungsausschusses und zwei führende Ingenieure wegen ihrer angeblichen Rolle in dem massiven Umwelt- und Wirtschaftsskandal angeklagt, der vor über einem Jahrzehnt erstmals weltweite Schlagzeilen machte.
Das Gericht schlug Bewährungsstrafen zwischen 6 und 12 Monaten sowie Geldstrafen für die Angeklagten in den Plädoyergesprächen vor, die den Prozess begleiteten. Dabei wies es darauf hin, dass die Ingenieure vom Management wahrscheinlich in eine unmögliche Situation gebracht worden seien – nämlich eine Lösung für das praktisch unlösbare Problem der Schaffung „sauberer Dieselmotoren“ zu finden, wie in der Werbung des VW-Konzerns versprochen.
Nach wochenlangen Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwischen Staatsanwälten und Verteidigern mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden, sagte der Vorsitzende Richter am Montag, es sei „keine Einigung erzielt worden“.
Was hat Audi mit „Dieselgate“ zu tun?
Audi-Ingenieure waren für die Entwicklung der emissionsarmen Dieselmotoren des Konzerns verantwortlich. Im Jahr 2015 gab VW nach einer Klage der US-Umweltschutzbehörde EPA zu, Software in seinen Motoren manipuliert zu haben, um Abgasmesscomputer auszutricksen.
Verteidiger sagen, ihre Mandanten hätten keine Ahnung von dem Manipulationsplan gehabt und seien für etwaiges Fehlverhalten nicht verantwortlich.
Die Anwälte forderten die Einstellung der Anklage und machten gleichzeitig geltend, dass die Verjährungsfrist für mögliche Straftaten abgelaufen sei.
Das Gericht sagte, die Staatsanwaltschaft habe Gefängnisstrafen gefordert und angedeutet, dass diese in Bewährungsstrafen umgewandelt werden könnten, wenn die Angeklagten ihre Schuld eingestehen.
Im Jahr 2023 verhängte dasselbe Gericht Bewährungsstrafen und Geldstrafen gegen den ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler und zwei Ingenieure, nachdem sie sich schuldig bekannt hatten.
Der Prozess dauerte fast drei Jahre.
Sollte auch in diesem jüngsten Fall keine Einigung erzielt werden, könnte sich die Angelegenheit ebenfalls über Jahre hinziehen.
